Kaliforniens Schulen Schwarzenegger verbietet Fast Food

Keine Cola, keine Schokoriegel - im Kampf gegen das Übergewicht bei Jugendlichen hat Arnold Schwarzenegger süße Dickmacher aus den Schulen verbannt. Der "Gouvernator" hat Kalifornien zum "Fitness-Staat" ausgerufen und will die Pfunde bei Schülern schmelzen sehen.


Gouvernator Schwarzenegger (2003): Verspeiste vor seiner Wahl gern öffentlich Burger
DPA

Gouvernator Schwarzenegger (2003): Verspeiste vor seiner Wahl gern öffentlich Burger

Sacramento - Gegen den "Gouvernator" haben nur wenige eine Chance. Jetzt müssen offenbar auch Schokoriegeln und Cola vor Arnold Schwarzenegger kapitulieren: Auf einem Ernährungsgipfel in Sacramento unterzeichnete Schwarzenegger, Gouverneur von Kalifornien, drei Gesetze, die den Schulen strenge Ernährungsvorschriften auferlegen.

Von 2007 an sind süße Limonaden und kalorienreiche Snacks demnach an allen Schulen tabu, stattdessen werden die Automaten mit Rohkost, Wasser, Milch und Säften befüllt. Auch das Essen in der Schulkantine soll dem neuen Gesundheitstrend angepasst werden: Arnie fordert mehr Obst und Gemüse.

"Kalifornien steht vor einer Fettleibigkeits-Epidemie", erklärte Schwarzenegger auf dem Kongress. In den letzten zehn Jahren hätten die Kalifornier insgesamt 360 Millionen Pfund zugenommen, jedes dritte Kind sei übergewichtig. Diesen Trend wolle er bekämpfen, sagte der frühere Bodybuilder und Action-Star. Schwarzenegger betonte dabei auch die volkswirtschaftliche Seite des Trends zur Fettleibigkeit: Die von Übergewicht verursachten Krankheiten ksoteten den Staat pro Jahr 28 Milliarden Dollar.

"Wir töten unsere Kinder mit diesem Essen"

Zum Auftakt der Konferenz hatte Schwarzenegger zuvor zum Massenlauf geladen - zusammen mit Ausnahme-Radfahrer Lance Armstrong und hunderten von Schulkindern marschierte der muskulöse Gouverneur durch Saramento. "Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen, Eltern", appellierte Schwarzenegger an die Mütter und Väter der Schulkinder. Die neuen Gesetze sind ein weiterer Schritt hin zum "Fitness-Staat", den Schwarzenegger bereits im Juni forderte, als er einen Ausschuss für Fitness und Sport einberufen hatte.

Schwarzenegger mit Sushi (2004): "Epidemie der Fettleibigkeit"
AP

Schwarzenegger mit Sushi (2004): "Epidemie der Fettleibigkeit"

Damit zieht Kalifornien als einer von 21 US-Bundesstaaten in den "Krieg gegen Übergewicht", den die texanische Landwirtschaftsministerin Susan Combs ausgerufen hat. Mit neuen Kantinenkonzepten und Aufklärungskampagnen wollen sie ihn gewinnen. Doch in weiten Teilen des Landes sind die Schulen fest in der Hand von Imbissketten. McDonald's oder Pizza-Hut locken mit Filialen direkt auf dem Schulhof. Und gegen die Fastfood-Allianz hat das ausgewogene Kantinenessen oft keine Chance. "Wir töten unsere Kinder mit diesem Essen", warnte deshalb Combs, die als Vordenkerin der Gesundheits-Bewegung gilt.

In den USA sind etwa 16 Prozent aller Kinder stark übergewichtig. In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Zahl fettleibiger Jugendlicher verdreifacht. Wissenschaftler machen vor allem die stark gezuckerten Limonaden dafür verantwortlich. Der Verband der amerikanischen Getränkehersteller kritisierte die neuen Gesetze in Kalifornien jedoch als unnötig.



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