Studie Schulen fehlen 34 Milliarden Euro für Sanierungen

Laut einer Untersuchung stecken Kommunen heute viel weniger Geld in die Modernisierung von Schulen als vor 20 Jahren. Ausbleibende Investitionen gefährden den Bildungserfolg in Deutschland, fürchten die Autoren.

Treppenhaus einer Grundschule
DPA

Treppenhaus einer Grundschule


Bei der Modernisierung von Schulgebäuden hinken Städte und Gemeinden mit rund 34 Milliarden Euro hinterher. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der KfW-Bankengruppe zur Finanzlage der Kommunen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Investitionsstau erschwere Bildungserfolge in Deutschland, heißt es. "Der Investitionsrückstand zeigt, wie weit wir von einer idealen Schulinfrastruktur entfernt sind", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Deutschland investiere im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich in sein Bildungssystem.

Demnach steckten die Kommunen im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro in ihre Schulgebäude. Das sei zwar ein leichter Anstieg von rund 115 Millionen Euro gegenüber 2014, aber ein Minus um 1,3 Milliarden Euro im Vergleich zu 1995. Damals machten der Untersuchung zufolge Bauinvestitionen noch über 45 Prozent der kommunalen Gesamtausgaben für Schulen aus, 2015 waren es nur noch 25 Prozent. Die Studie der Bankengruppe stützt sich auf Ergebnisse von regelmäßigen Befragungen kommunaler Kämmerer.

In den Regionen gibt es große Unterschiede. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung sei der geringe finanzielle Spielraum: "Kommunen mit angespannter Haushaltslage fehlt es oft an Möglichkeiten, dringend notwendige Investitionen voranzutreiben", heißt es. Für eine nachhaltige Haushaltsplanung von Städten und Gemeinden stünden alle föderalen Ebenen in der Pflicht.

Angesichts der knappen Kassen müssten viele Kommunen Investitionen streichen - das betreffe leider auch die Schulen, sagte der stellvertretende Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Alexander Handschuh. Es sei wünschenswert, dass die Länder ihre Zuweisungen an die Kommunen erhöhten. Zudem sei eine zusätzliche Entlastung von Sozialleistungen nötig. Dadurch würde der finanzielle Spielraum der Städte und Gemeinden größer, auch für Investitionen in Schulen.

mak/dpa



insgesamt 77 Beiträge
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hinnimann 24.09.2016
1. Es sind nicht nur Schulen,
die marode sind. Viele der Gebäude, in denen der Staat seine Angestellten unterbringt verbreiten einen ähnlichen Charme, was Zustand und Ausstattung angeht. Von Straßen und sonstiger Infrastruktur ganz zu schweigen.
blabla55 24.09.2016
2.
In den 80 zigern wurde schon nichts in den Schulen gesteckt.Uns als Eltern wurde gerade einmal der Pott Farbe zur Verfügung gestellt um die Klassenräume zu bemalen.In den Jahren ab 2013 hatte ich das Vergnügen mehrere Schulen von innen zu sehen die meisten davon mit einen Charme aus den 70 zigern.Durchgehend Note 6.Die Veranwortlichen sollten sich schämen,ein Trauerspiel.
ekel-alfred 24.09.2016
3. Wundert uns das?
Die gesamte Infrastruktur des Staates zerfällt so langsam. Da sind nicht nur die Schulen zu nennen. Wenn man die Prioritäten anders legt, muss man sich auch nicht wundern. Und wer das toll findet, sollte weiterhin unsere Regierung wählen. Mehr sage ich nicht dazu.
wo_st 24.09.2016
4. Und?
Lasst den Bundespräsidenten Weg und es ist viel mehr Geld für Schulen und Universitäten da. Also fordert es!
Hilfskraft 24.09.2016
5. nun ja ...
... vielleicht beschäftigen sich demnächst Archäologen mit unseren Schulen? Vielleicht kommt dann das Geld aus dem Pott Denkmalpflege.
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