Kinderzeichnung aus Kreide Eltern müssen doch kein Bußgeld zahlen

Eine Siebenjährige malte mit Kreide drei Parkplätze vors Haus - und das Ordnungsamt schritt ein. Damit löste die Stadt Neuruppin bundesweit Unverständnis aus. Jetzt wurde noch mal geprüft.

Kind malt ein Kreidebild (Symbolbild)
DPA

Kind malt ein Kreidebild (Symbolbild)


Im Streit um die Kreidemalerei einer Siebenjährigen in einer Spielstraße hat die Stadt Neuruppin das Bußgeldverfahren eingestellt. Dies habe das Ordnungsamt nach erneuter Prüfung des Falls beschlossen, teilte die Stadt der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit.

Das Mädchen hatte am Himmelfahrtstag ein "P" und Markierungen für drei Parkbuchten auf die verkehrsberuhigte Straße vor der Wohnung der Familie in Brandenburg gemalt. Es wollte damit den angekündigten Besuch begrüßen.

Das Amt leitete daraufhin ein Verfahren wegen Verunreinigung der Fahrbahn ein. Das Bemalen und Besprühen von Straßen sei laut Paragraf 4 der Stadtordnung verboten. Die Familie habe einen Tag Zeit, um die Kreidezeichnung zu entfernen, andernfalls werde eine Firma damit beauftragt, deren Kosten sie zu tragen habe, hieß es in dem Schreiben.

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Das Haus der Familie liegt in einer Spielstraße, geparkt werden darf nur an wenigen Stellen - allerdings dürfte die Verwechslungsgefahr der offiziellen Parkplätze mit denen der Siebenjährigen wohl gering gewesen sein.

Die Familie des Mädchens hat die Kreideparkplätze bereits weggewaschen. Nun hat sich auch die Frage nach dem Bußgeld erledigt.

Wissenstest für Kinder

lov/vet/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
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prions.ku 18.05.2016
1. Welch glückliche Stadt
Wenn mit Straßenkreide bemalte Fahrbahnen in einer Spielstraße das größte verkehrssicherheitspolitische Problem in dieser Stadt darstellt, müssen dort paradiesische Zustände herrschen. In Baden-Württemberg gibt es auch Spielstraßen (besonders in Bereichen von Schulen oder Kindergärten), in denen Kinder sich ebenfalls künstlerisch betätigen. Aber die hiesigen Ordnungsämter haben zur Verfolgung dieser schwerwiegenden und die Verkehrssicherheit gefährdenden Verstöße kein Potential, denn hier legt man bei der Verkehrssicherheitsarbeit Schwerpunkte z.B. bei der Unfallverhütung! Aber man muss eben Prioritäten setzen. Also fangen wir bei den Kleinen an, die werden ja auch mal groß! Oder soll dieses Tun aufgrund der Presseresonanz bundesweit als Pilotprojekt gesehen werden?
Delos99 18.05.2016
2. Aaaaber...
Nicht "eingestellt aus Einsicht", sondern "eingestellt, weil die Eltern pariert haben". So wie es Behörden vom Plebs erwarten. So eine kleiner Mahnbescheid als nette Erinnerung an das "Schwerverbrechen" könnte aber noch kommen, oder?!?
moritzmaxx 18.05.2016
3. armes
Deutschland...
Tharsonius 18.05.2016
4. Tja,
ist schon traurig dass immer erst bundesweites Aufsehen erregt werden muss, damit ein paar übereifrige Behördenprivinzler wach werden und die Verhältnismäßigkeit überdenken. In meiner Kindheit (ja, ohne Internet, Spielkonsolen, TV Dauerberieselung und Mobiltelefon-Wahn) was es quasi "normal" das auf der Straße spielende Kinder mit Kreide oder Sandstein auf dem Belag malen. Langsam aber sicher fällt es uns zunehmend schwerer den Knall noch zu hören? :>
charlybird 18.05.2016
5. Da
hatte man im Ordnungsamt doch endlich mal was auf’m Tisch und wisch weg war es. Jetzt kann man ja wieder Ordnung machen.
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