Odenwaldschule Wegen Kinderpornos verurteilter Lehrer legt Berufung ein

Ein Gericht hat einen ehemaligen Lehrer der Odenwaldschule zu 14 Monaten Haft verurteilt: Er hatte Kinderpornos besessen. Der Mann will das Urteil nun anfechten.

Odenwaldschule: Hier arbeitete der verurteilte Lehrer
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Odenwaldschule: Hier arbeitete der verurteilte Lehrer


Weil er Kinderpornos besessen hatte, wurde ein ehemaliger Lehrer der hessischen Odenwaldschule am Mittwoch zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil legt der Mann nun Berufung ein. Er arbeitet inzwischen wieder als Lehrer - auf Rügen.

Das Amtsgericht Bensheim hatte den 34-Jährigen für schuldig befunden, in seiner Zeit an der Odenwaldschule zwischen 2011 und 2014 Unmengen kinderpornografischer Dateien auf seinem privaten Computer gehabt zu haben. Der Vorsitzende Richter bezeichnete ihn als "pädophil und latent gefährlich", weitere Straftaten seien nicht auszuschließen.

Über die Berufung muss nun eine Kammer des Landgerichts Darmstadt entscheiden. Mit einer Verhandlung sei in den nächsten sechs Monaten aber nicht zu rechnen, so das Amtsgericht.

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und neun Monate ohne Bewährung gefordert. Die Verteidigung sprach von "einem ehrlichen Angeklagten" und warf der Anklage "Verfolgungseifer" vor. Eine Geldstrafe von rund 5400 Euro reiche aus.

Im Zusammenhang mit den Kinderpornos war gegen den Lehrer auch ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern geführt worden. Dieses wurde eingestellt.

Vor fünf Jahren waren nach langem Schweigen Informationen über sexuelle Übergriffe an mindestens 132 Schülern des Reform-Internats an die Öffentlichkeit gedrungen. Der Lehrer kam erst nach dem Missbrauchsskandal an die Schule.

vet/dpa

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