Frühkindliche Betreuung Eltern schicken Kleinkinder häufiger in Kitas

Die Krippenbetreuung für Kleinkinder wird in Deutschland beliebter: Jedes dritte U3-Kind wird in einer Kita versorgt. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Krippenkinder in Leipzig (Archivbild)
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Krippenkinder in Leipzig (Archivbild)


Immer mehr Kinder unter drei Jahren werden in Deutschland in Kindertagesstätten betreut. Zum Stichtag 1. März waren insgesamt 789.600 Kinder unter drei Jahren in Kitas und Krippen angemeldet. Das entspricht einer Betreuungsquote von 33,6 Prozent bei den Kleinkindern. Im März 2017 hatte die Quote noch bei 33,1 Prozent gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen West und Ost: Während in den ostdeutschen Bundesländern im Schnitt 51,5 Prozent aller Kleinkinder in die Kita gehen, sind es in den westdeutschen Ländern nur 29,4 Prozent. Die höchste Betreuungsquote hat Sachsen-Anhalt mit über 57 Prozent. Auch die Stadtstaaten Berlin und Hamburg liegen mit 44 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt. Schlusslichter sind Bayern und Nordrhein-Westfalen mit 27 Prozent.

Auch das Lebensalter der Kinder hat starken Einfluss darauf, ob sie Kitas besuchen: Während bei den ganz kleinen Kindern bis zu einem Lebensjahr im Bundesdurchschnitt nur jedes 50. Kind eine Kita besucht, sind es bei den Zwei- bis Dreijährigen mehr als 62 Prozent.



Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr gibt es in Deutschland seit 2013. Dass solche gesetzlichen Veränderungen zur Unterstützung von Familien Wirkung zeigen, hatte zuletzt eine Studie von Wirtschaftsforschern gezeigt. Sie hatten untersucht, welche Effekte das Elterngeld auf Familien hat. Demnach stieg nach der Einführung die Erwerbstätigkeit von Müttern deutlich an.

Der größeren Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder steht nach Angaben des Statistischen Bundesamts auch eine größere Zahl von Kitas gegenüber: Deren Zahl stieg von Anfang 2017 bis Anfang dieses Jahres um 640 auf insgesamt fast 56.000. Dennoch beklagen sich Eltern immer wieder darüber, dass sie für ihre Kinder keine Betreuungsplätze finden.

Anfang Oktober hatte die Bundesregierung das Gute-Kita-Gesetz auf den Weg gebracht. Es sieht vor, dass der Bund in den kommenden vier Jahren 5,5 Milliarden Euro an die Länder zahlt. Mit dem Geld soll die Betreuungsqualität in den Kitas verbessert werden. Der Bund will mit jedem Bundesland konkrete Vereinbarungen treffen, welche Maßnahmen dafür nötig sind - etwa Sprachförderung oder ein besserer Betreuungsschlüssel.

Im Video: Kein Platz für Kinder - Kita-Chaos in Berlin

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him/AFP

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