Klebebandattacke Lehrerin pappt Grundschülern den Mund zu

Derbe Unterrichtsmethoden in Sachsen-Anhalt: Eine Grundschullehrerin hat ihren Schützlingen mit Klebeband den Mund zugepappt, wenn sie nicht still sein wollten. Jetzt beschwerten sich die Eltern, die suspendierte Lehrerin soll die Kinder schon länger drangsaliert haben.


Getuschel in der letzten Reihe? Ein Schwätzchen in der vierten Stunde? Eine Grundschullehrerin in Sachsen-Anhalt hat ihre tratschenden Schüler auf drakonische Art zum Schweigen gebracht. Die Lehrerin in Dessau-Roßlau klebte mehreren Kindern mit Klebeband den Mund zu.

Schweigen ist Gold? Eine Lehrerin klebte Kindern gar den Mund zu
Corbis

Schweigen ist Gold? Eine Lehrerin klebte Kindern gar den Mund zu

Insgesamt sollen sieben Fälle namentlich bekannt sein, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Mehrere Eltern hatten sich schriftlich an das Landesverwaltungsamt in Halle gewandt, eine Mutter, deren Kind der Mund Ende Januar verklebt worden sei, sagte der Zeitung: "Da kann man doch nicht still sein." Einige Fälle sollen bereits länger zurückliegen, die Lehrerin habe die Kinder wohl unter Druck gesetzt, zu Hause nichts von den gewalttätigen Strafaktionen mit dem Klebeband zu erzählen, vermuten die Eltern.

Die Lehrerin wurde zu Wochenbeginn vorerst vom Dienst suspendiert, teilte das Landesverwaltungsamt in Halle mit. Ein Schulpsychologe setzt sich am Freitag mit den Kindern zusammen und spricht mit ihnen über die Vorfälle.

In der kleinen Grundschule ist die Personaldecke nach dem aktuellen Vorfall extrem dünn. Die Schule habe überhaupt insgesamt nur fünf Lehrer, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Vor gut zwei Wochen büßte die Schule im Dessauer Vorort Kleinkühnau bereits ein Kollegiumsmitglied ein: Die Schulleiterin wurde vor den Winterferien Ende Januar wegen eines anderen Vorfalls suspendiert.

cht/ddp/dpa

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