Knutschfleck-Drama Schüler schämt sich - und löst Polizeieinsatz aus

Dieser Fleck musste weg: Ein Schüler traute sich mit den Folgen eines Flaschendrehen-Spiels nicht in die Schule - und schminkte sich weitere Verletzungen ins Gesicht. Lehrer vermuteten ein Verbrechen und alarmierten die Polizei.


Dass die Fantasie meistens wilder ist als die Realität, ist bekannt. Und in diesem skurrilen Fall aus Augsburg ist nichts so, wie es scheint. Doch der Reihe nach.

Ein Schüler, so wird er es sehr viel später der Polizei erzählen, spielte vor ein paar Tagen in einem Internetchat eine Art Flaschendrehen. Er verliert. Also muss er sich ein Staubsaugerrohr an den Hals halten - und das Gerät einschalten. Bei einer Saugleistung von 2000 Watt führte dies allerdings, ja genau, zu einem riesigen Knutschfleck.

Der Schüler, 14, schämt sich, will so am Montag nicht in die Schule gehen, und kommt, so erzählt er es, zu dem Schluss: Der Fleck muss weg. Statt ihn jedoch wegzuschminken, schminkt er ihn noch größer, nach dem Motto: maximale Ablenkung. Und weil er schon dabei ist, malt er sich noch ein blaues Auge und diverse Blutergüsse im Gesicht dazu.

Die Lehrer wundern sich über das vermeintliche blaue Auge, die offenbar echt aussehenden Hämatome und Würgemale. Doch der 14-Jährige will nicht mit der Sprache rausrücken. Er habe sich beim Kampfsporttraining verletzt, sagt er zunächst. Doch der Schüler ist vom Sportunterricht befreit, die Lehrer glauben die Version nicht. Auch der Schulleiter vermutet ein Verbrechen und alarmiert schließlich die Polizei: Einer seiner Schüler habe deutlich sichtbare Verletzungen im Gesichts- und Halsbereich, teilt er den Beamten mit.

Ein Polizeibeamter spricht mit dem Jungen zu Hause. Ein paar weitere unglaubwürdige Geschichten später rückt der Schüler irgendwann mit der Wahrheit raus.

Laut dem Polizei-Präsidium in Schwaben Nord konnten "nahezu alle Verletzungen des Hobby-Visagisten mithilfe von Wasser und Seife ambulant behandelt werden, wobei der dabei angestrebte Heilungseffekt sofort eintrat" - bis auf das Staubsauger-Mal, das seinen Hals noch etwas zieren dürfte.

lgr/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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CHANGE-WECHSEL 03.02.2015
1. Talent hat der Junge
Also, für den Zeichenunterricht müsste er dieses Jahr eine Eins erhalten. Denn so viel Talent beim Schminken haben die meisten Frauen nicht.
verrückte_welt 03.02.2015
2. immerhin haben die Lehrer dort reagiert
ich hab sowas früher in der Schule auch gemacht, vllt nicht so extrem, aber mir öfter mal ein blaues Auge geschminkt,kurz vor den Ferien nen arm in Gibs gelegt. meine Lehrer haben zwar nachgefragt, sich aber auch mit jeder Antwort zufrieden geben. Genauso wie sie die Augen geschlossen haben wenn ich extrem gemobbt wurde, alles nie passiert, das würden die nicht machen. also ich finde es gut wie die Lehrer dort reagiert haben!
hermannheester 03.02.2015
3. Das Wunder der Liebe
Es war scbon für einen Oswalt Kolle so mysteriös, dass er ganze Bücher mit solchen Teenagerproblemen füllen musste und zur "Vertiefung" allwöchentlich zur verdienten Aufklärung für Erwachsene und slche, die es werden wollen auf. Da sieht man, was rauskommt, wenn die "Neue Revue" nicht greifbar ist.
Hamberliner 03.02.2015
4. gefährlich
Ist das nicht saugefährlich, sich mit dem Staubsauger an die Halsschlagader zu gehen? Es sollen ja schon Männer auf die Idee gekommen sein, einen Staubsauger sexuell zu missbrauchen und nach dem Platzen ihres Teils fast verblutet sein.
tegele 03.02.2015
5.
Super Lehrer , soll ja Menschen geben selbst in unmittelbarer nähe wie Nachbarn sind solche Verletzungen völlig egal , zum Glück für den jungen das bei ihn alles in Ordnung ist
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