Feiern zum Schulschluss Kölner Polizei rückt gegen Schüler aus

In Köln haben Abiturienten ihre letzte Schulwoche gefeiert - so exzessiv, dass die Polizei eingriff. Die Beamten zählten am Wochenende mehr als ein Dutzend Einsätze gegen Schüler.

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Es blieb nicht bei einer Party, die ausuferte: Mehr als ein Dutzend Mal ist die Kölner Polizei am Wochenende ausgerückt, um Abiturienten in die Schranken zu weisen.

Die Schüler hätten in der Nacht zum Montag Feuerwerkskörper angezündet und Schulen mit Eiern und Toilettenpapier beworfen, sagte ein Polizeisprecher. Es seien auch Anzeigen wegen teils gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz geschrieben worden. Man habe außerdem Drogen, Baseballschläger und eine zur Schlagwaffe umgebaute Fahrradkette beschlagnahmt.

Nach Angaben der Polizei sorgten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für insgesamt 15 Einsätze der Beamten in mehreren Stadtteilen. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um rivalisierende Schülergruppen, die sich gegenseitig angriffen und die Schulen ihrer Gegner beschädigten. Mancherorts trafen die Beamten auf nur wenige Jugendliche, an anderen Einsatzorten waren es rund 60 Schüler. Viele seien betrunken gewesen.

Am Montag hat an vielen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen die sogenannte "Mottowoche" begonnen. Abiturienten verkleiden sich und feiern ihre letzte Schulwoche, bevor die Abschlussprüfungen beginnen.

Bereits am Freitagabend hatten rund 50 Schüler die Polizei in Köln mit einer allzu ausgelassenen Feier auf den Plan gerufen. Sie hatten sich auf einem Platz in einem Wohngebiet versammelt. Als die Polizei die nicht angemeldete Party auflösen wollte, eskalierte die Situation.

"Das hat nichts mit Feiern zu tun"

Mit Pfefferspray und Schlagstöcken räumten die Beamten den Platz. Einige Schüler hätten dabei Polizisten beleidigt und mit Gegenständen geworfen. "Das hat nichts mit Feiern zu tun!", sagte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies.

Es passiert immer mal wieder, dass Abiturstreiche und Schülerfeiern ausufern. Im vergangenen August wollten Aachener Gymnasiasten ihren Lehrer entführen, mit Plastikknarren und in Tarnkleidung. Anwohner hielten die verkleideten Ganoven für echt und riefen die Polizei. Die Schüler mussten für den Einsatz zahlen.

Im März 2013 löste eine Abi-Party in Frankfurt einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr aus. In einem Park betranken sich rund 1000 Jugendliche zum Teil so sehr, dass sie notärztlich versorgt werden mussten.

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Abi-Scherze: Die Schüler rüsten auf

lov/dpa



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