Bürgerkrieg und Hungersnot Unicef bezahlt Tausende Lehrer im Jemen

Die Lage im Jemen ist schlimm und das spüren auch Lehrer: Viele von ihnen bekommen seit Monaten keinen Lohn. Damit nicht noch mehr Unterricht ausfällt, zahlt die Uno ihnen nun Geld.

Kinder spielen in einem jemenitischen Flüchtlingslager
AFP

Kinder spielen in einem jemenitischen Flüchtlingslager


Unicef hat nach eigenen Angaben damit begonnen, Lehrer im Jemen zu bezahlen. Die Hilfe richte sich an landesweit mehr als 136.000 Lehrkräfte und Schulmitarbeiter, die seit mehr als zwei Jahren kein Gehalt mehr bekommen hätten, teilte das Kinderhilfswerk am Sonntag mit.

Im Jemen tobt seit 2015 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

80 Prozent der Bevölkerung sind auf Unterstützung angewiesen. Die Uno spricht von der schlimmsten humanitären Krise weltweit. Mehr als 10.000 Menschen wurden getötet, mehrere Millionen sind vom Hunger bedroht.

Jede fünfte Schule unbenutzbar

Zwei von sieben Millionen Schulkindern bekämen keinen Unterricht, sagte Geert Cappelaere, Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, laut einer Pressemitteilung. Jede fünfte Schule könne nicht als solche benutzt werden, weil sie zerstört sei, in einer umkämpften Gegend liege oder Flüchtlinge beherberge.

Damit Lehrer keinen anderen Jobs nachgehen müssen, um sich und ihre Familien zu ernähren, will Unicef Tausenden von ihnen jeweils umgerechnet 50 US-Dollar im Monat geben. 97.000 Lehrkräfte und Mitarbeiter hätten in der ersten Runde bereits von den Zahlungen profitiert, die dem Personal an insgesamt 10.000 Schulen zugute kommen sollen.

In Kriegszeiten böten Schulen Kindern einen Schutzraum und ein Gefühl von Normalität, sagte Cappelaere. "Bildung ist sehr wichtig, um alle Kinder im Jemen mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie brauchen, um ihr Land wiederaufzubauen, wenn der Frieden zurückkehrt."

lov



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