Ausgezeichnet Pädagogen aus Bayern holen Deutschen Lehrerpreis

Sie begeistern ihre Schüler mit Naturwissenschafts-Messen und Castingshows in der Aula: Nun wurden zwölf Pädagogen eines bayerischen Gymnasiums für ihr Engagement mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.

Schüler in Baden-Württemberg: "Star Trek" im Unterricht
DPA

Schüler in Baden-Württemberg: "Star Trek" im Unterricht


Einmal im Jahr verwandeln Schüler des Gymnasiums Olching ihre Aula in ein Ausstellungsgelände. Auf der schuleigenen Wissenschaftsausstellung Science Fair präsentieren sie dann die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungsprojekte oder kämpfen bei der Castingshow ("The Brain of Olching") um Anerkennung für ihre Einfälle.

Die Idee dazu hatte ein Team aus zwölf Lehrern des Gymnasiums Olching in der gleichnamigen Stadt in Bayern. Das Pädagogen-Team wurde nun mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.

Der Preis wird seit sechs Jahren vom Deutschen Philologenverband und der Vodafone-Stiftung an Lehrer vergeben, die sich in hohem Maße an ihrer Schule engagieren oder einen besonders kreativen Unterricht gestalten. In diesem Jahr haben sich rund 3800 Schüler und Lehrer an dem Wettbewerb beteiligt, sich also mit ihren Projekten um den Preis beworben.

Über die Preisträger der Kategorie "Lehrer: Unterricht innovativ" entscheidet eine Jury, der unter anderem die rheinland-pfälzische Kultusministerin Vera Reiß (SPD) angehört, der Vorsitzende des Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, sowie der Geschäftsführer der Vodafone-Stiftung, Mark Speich.

In der zweiten Kategorie ("Schüler zeichnen Lehrer aus") nominieren Schüler der Abschlussklassen Lehrer, die sie besonders beeindruckt haben. Einer der Ausgezeichneten ist Thomas Schubert, der am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal Physik unterrichtet.

Die Schüler ernannten Schulz, weil er mit "Star Trek" und YouTube-Videos physikalische Phänomene erklärt und weil es eine seiner Schülerinnen ins deutsche Team für die Physik-Olympiade in Kasachstan geschafft hat, wie der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet.

Außerdem wurde der Berliner Lehrer Ronald Wappke von seinen Schülern für den Preis vorgeschlagen. Er sei "die richtige Mischung aus Kumpel und Respektsperson", beschreibt ein Schüler den Lehrer, wie es im "Tagesspiegel" heißt.

Neben Schubert und Wappke wurden zudem drei Lehrer aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet sowie je zwei aus Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen und je einer aus Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

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kha/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
chrismuc2011 30.11.2015
1.
Ich freue mich für die Schülerinnen und Schüler über jeden Lehrer, der nicht in Routine versinkt, sondern seine Schützlinge motiviert, begeistert und Ihnen eine vielleicht neue Sicht auf vermeintlich "langweilige" Theorie ermöglicht. Nur: Wie "züchtet" man solche Lehrer?
doppelpost123 30.11.2015
2. so nicht
@1: Bestimmt nicht dadurch, dass man einen Großteil der Lehrer (wie auch Sie es mit Ihrer Frage suggerieren wollen), als unmotiviert (das ist ja noch das Glimpflichste, was hier gleich wieder abgehen wird) bezeichnet. Wenn ich Lehrer in Deutschland wäre, würde ich mir auch nur noch denken: "Ihr könnt mich alle mal, man kann es sowieso niemanden recht machen"
allesamt 30.11.2015
3. Lehrer sind auch nur Menschen
Zitat von chrismuc2011Ich freue mich für die Schülerinnen und Schüler über jeden Lehrer, der nicht in Routine versinkt, sondern seine Schützlinge motiviert, begeistert und Ihnen eine vielleicht neue Sicht auf vermeintlich "langweilige" Theorie ermöglicht. Nur: Wie "züchtet" man solche Lehrer?
So wie man breitenmäßig keine Hochleistungssportler, Spitzenmusiker oder Genies züchten kann, so ist das auch nicht bei Lehrern möglich. Lehrer sind auch nur Menschen. Mit Sicherheit sind die prämierten Lehrer weit überdurchschnittlich gut. Allerdings muss man wissen, dass für eine Ehrung von Seiten des Staates vor allen Dingen eine gute Show nach außen und ein Unterricht entsprechend dem Mainstream unabdingbar sind.
lorenzcarla 30.11.2015
4. Physik-Olympiade oder
schuleigene Wissenschaftsausstellung: Edel-Gymnasien fahren auf. Den deutschen Lehrerpreis haben aber alljährlich am ehesten die Lehräfte verdient, die etwa in den Haupt- und Gesamtschulen des Duisburger oder Dortmunder Nordens, in Mannheimer Problemvierteln, in Neukölln und Köln weder resigniert noch erkrankt sind. Wer es hier nach alltäglichen Demütigungen, üblen Beschimpfungen,auch körperlichen Attacken und konstanter (Lehr-)Tätigkeit innerhalb der untersten Schublade noch schafft, einen relativ interessanten Unterricht auf die Beine zu stellen - der ist in die engere Auswahl zum Lehrer des Jahres eingerückt. Dass man in seinem Zweitberuf als Sozialarbeiter/-in meist abends die familiären Probleme und die Diskussionen mit Polizei und Jugendamt auch noch erledigen darf, stellt diese Leute glatt auf einen Sockel.
TS_Alien 30.11.2015
5.
Es gibt weitaus mehr engagierte Lehrer, die nicht an solchen Wettbewerben teilnehmen wollen. Man muss nicht alles, was man macht, an die große Glocke hängen. Wichtig ist, welches Wissen die Schüler auf- und mitgenommen haben. Es ist fraglich, ob die Aktionen mancher Lehrer überhaupt messbare Erfolge zeigen. Mit Star Trek sollte man keine physikalischen Phänomene erklären. Dazu gibt es in dieser Serie viel zu viel physikalischen Unsinn, selbst im Bereich der simplen Mechanik. Also, was bringt das? Die tollsten Animationen zu einem Thema sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass man mit Papier und Bleistift in den meisten Fällen mehr lernt. Oder überhaupt etwas lernt.
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