Nach Massaker in Parkland Überlebende kehren an ihre Schule zurück

Erstmals seit dem Massaker mit 17 Toten hat die Marjory Stoneman Douglas High School wieder geöffnet. Schüler berichten von Szenen zwischen Furcht und Freude. Oprah Winfrey lobt sie als "Kämpfer des Lichts".

AFP

"Allein das Gebäude zu sehen, war schon beängstigend", sagte Francesca Lozano, Schülerin an der Marjory Stoneman Douglas High School. Sie habe sich aber extrem gefreut, ihre Freunde und Klassenkameraden zu sehen. "Das hat es einfacher gemacht."

Zum ersten Mal, seit am 14. Februar ein Attentäter in einem der Schulgebäude um sich geschossen hatte, öffnete die Highschool wieder ihre Türen. Am Sonntag kamen Hunderte Schüler nach Parkland, um die Sachen abzuholen, die sie während des Massakers in den Räumen zurückgelassen hatten. Begleitet wurden sie teils von ihren Eltern.

Der Termin am Sonntag war dafür gedacht, den Schülern den Einstieg zu erleichtern, der Unterricht soll ab dem kommenden Mittwoch wieder stattfinden. "Zwei meiner besten Freunde sind nicht mehr hier", sagte der Schüler Sammy Cooper, als er seinen Rucksack abholte. "Aber ich werde am Mittwoch definitiv zur Schule gehen. Ich werde damit klarkommen." Ein anderer Schüler, Sebastian Pena, nannte das Zusammentreffen am Sonntag eine Chance, Freunde und Lehrer zu sehen und "als Familie zusammenzukommen".

David Hogg, ein anderer Überlebender des Massakers von Parkland, sagte in der ABC-Fernsehsendung "This Week": "Stellt euch vor, ihr habt einen Flugzeugabsturz überlebt und müsst jeden Tag wieder in dasselbe Flugzeug steigen und irgendwohin fliegen - es wird nie wieder dasselbe sein."

Der Tatort selbst, ein dreistöckiges Gebäude, war umzäunt. An den Gittern hatten Schüler von umliegenden Schulen Plakate befestigt, mit denen sie ihre Unterstützung und ihre Anteilnahme ausdrückten. Vor einer Gedenkstätte auf dem Schulgelände standen 17 Menschen in weißen Engelskostümen, die an die 17 Todesopfer des Massakers erinnern sollten. Laut den Organisatoren soll den Schülern so signalisiert werden, "dass Engel über sie wachen und sie beschützen".

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Marjory Stoneman Douglas High School: "17 Engel"

Vertreter der Schulbehörde sowie die Schüler selbst appellierten an die Medien, sich zurückzuhalten und beispielsweise auf Helikopterflüge über das Gelände zu verzichten.

Die US-Talkshowgröße Oprah Winfrey nannte die Überlebenden des Massakers "Kämpfer des Lichts". Durch ihre Worte und ihre Aktionen - wie etwa "March for Our Lives" - würden sie klarmachen: "Wir werden nicht zulassen, dass das noch einmal passiert. Wir tun was wir können, um die Dunkelheit zu bekämpfen."

Winfrey war zuvor dem Vorbild von George und Amal Clooney gefolgt und hatte ebenfalls 500.000 Dollar für "March For Our Lives" gespendet. Am 24. März wollen Menschen unter anderem in Washington auf die Straßen gehen, um gegen Waffengewalt und für mehr Sicherheit an US-Schulen zu demonstrieren. Die Aktion richtet sich vor allem gegen den enormen politischen Einfluss der Waffenlobby NRA.

US-Präsident Donald Trump trifft sich am Montag im Weißen Haus mit den Gouverneuren aller 50 US-Bundesstaaten. Die "schrecklichen Geschehnisse" in Parkland stünden dabei ganz oben auf der Agenda. Am Vorabend feierten Trump und die Politiker gemeinsam bei der jährlichen "Gouverneursgala".

SPIEGEL TV über die Anatomie des Amoks

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aar/AP

insgesamt 33 Beiträge
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Henry Jones Jr. 26.02.2018
1. Trendsetter udn Galeonsfigur
Da ist nich zuviel von anderen Schülern zu sehen. Da hätte man ruhig die Verschlusszeit kürzer wählen können, so dass die Kommilitonen von Emma gänzlich im Bokeh untergehen. Kein Massaker scheint grausam genug, dass die MSM dabei ihr Handwerk vergessen würden.
akarsu0 26.02.2018
2.
Sollen die Schüler etwa nicht zurück an ihre Schule kehren? Was hat denn das mit Mut zu tun? Dieser Amoklauf wird politisch total ausgeschlachtet. Ich errinere nur an die Kinder in Syrien oder im Jemen.
Tschepalu 26.02.2018
3. Nun
ich bewundere die Jungen Leute mit ihrem Massenprotest gegen die mächtige Waffenlobby. Ob sie aber erfolgreich gegen die mächtige NRA sind das kann niemand sagen. Was mein ihr Foristen? Ich bin mir da nicht so sicher ob in ein paar Wochen das Thema wieder vergessen ist, nich wahr...
chronoc 26.02.2018
4. Automatikmodus aktiviert!
Nie wieder! ....blubb..... Wir kämpfen! .....Bla.... Die Dunkelheit ... Rhabarber.... Das Licht! Es wird sich nichts tun. Es wird wieder nur beim üblichen Blabla und bei der Profilierungssucht der amerikanischen Super-Schreinemakers bleiben. Die Waffennarren sind enorm mächtig und pumpen Unsummen Spenden und andere Schmiergelder in die Regierung. Außer Kleinkram und Lippenbekenntnissen wird nichts passieren. Der nächste Amoklauf wird kommen und der nächste und der nächste..... Nur ein echter Volksaufstand kann irgend etwas bewirken und dazu ist auch dieses riesige Land nicht fähig.
mama_arbeitet 26.02.2018
5. Whataboutism fehl am Platz
Zitat von akarsu0Sollen die Schüler etwa nicht zurück an ihre Schule kehren? Was hat denn das mit Mut zu tun? Dieser Amoklauf wird politisch total ausgeschlachtet. Ich errinere nur an die Kinder in Syrien oder im Jemen.
Was soll denn der Whataboutism hier? Das Leid der einen Kinder gegen das andere messen oder aufrechnen? Natürlich kehren sie zurück, aber natürlich geht es ihnen nicht wunderbar damit, da viele traumatisiert sind durch das völlig willkürliche Töten ihrer Freunde und Mitschüler. Ist das wirklich schwer zu verstehen? Oder muss man wirklich darüber schweigen bzw. "Schwamm drüber", geht mal schön lernen? Es ist doch kein Tabu auf die Probleme hinzuweisen, die nach solchen Ereignissen diese jungen Menschen begleiten. Bisschen mehr Empathie würde Ihnen gut tun.
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