Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge "Mein erstes Ziel ist es, gut Deutsch zu lernen"

Gastfamilien gesucht: Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge besser betreut werden. Hier erzählen sechs junge Flüchtlinge, was sie in Deutschland erreichen wollen.

Diyar aus dem kurdischen Teil Syriens lief nach Deutschland tagelang zu Fuß
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Diyar aus dem kurdischen Teil Syriens lief nach Deutschland tagelang zu Fuß

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Manche kamen freiwillig. Andere wurden von ihren Familien gedrängt - oder vom Krieg. Alle flüchteten ohne ihre Eltern.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben es oft besonders schwer. Sie haben die gefährliche Flucht nach Deutschland unternommen. Nun sind sie in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht verstehen. Oft haben sie nur sporadisch Kontakt zu ihren Eltern und Geschwistern, die zurückgeblieben sind.

Rund 59.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen bei uns leben, doch das ist nur eine Schätzung, genau kennt niemand ihre Zahl.

Die Jugendämter müssen sie in Obhut nehmen und einen Vormund finden, der rechtliche Fragen regelt. Seit November sind bundesweit Jugendämter damit befasst. Denn auch die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden nun nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt - und bleiben nicht mehr automatisch in der Kommune, die sie zuerst aufgenommen hat.

"Wir müssen die Jugendämter dafür besser ausstatten", sagt Christina Below, die sich bei der Diakonie Deutschland um Flüchtlingsthemen kümmert. Sie stünden vor der schwierigen Aufgabe, mit den Jugendlichen eine langfristige Perspektive zu entwickeln. Viele Jugendämter seien aber ohnehin unterfinanziert und überlastet und hätten zudem noch wenig Erfahrung im Umgang mit jungen Flüchtlingen. Auch fehle es an ausgebildeten Vormündern und Pflegefamilien.

Zehn Millionen Euro für Bundesprogramm

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat das Problem ebenfalls erkannt: Sie stellte am Dienstag in Berlin das neue Programm "Menschen stärken Menschen" vor. Es solle helfen, mehr Paten, Gasteltern und Vormünder für Flüchtlinge zu gewinnen, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums.

Zehn Millionen Euro stehen demnach bereit, um unter anderem lokale Organisationen und Verbände zu unterstützen und um Fachkräfte zu qualifizieren, die Paten, Gastfamilien und Vormünder professionell begleiten können. Außerdem soll eine Hotline unter der Nummer 0800-2005070 künftig über Möglichkeiten, Patenschaften zu übernehmen, informieren.

Doch was beschäftigt junge Flüchtlinge, die zu uns kommen? Oft liegen traumatische Erlebnisse hinter ihnen. Die kurdischen Geschwister Jenar und Diyar und ihr Cousin Mohammed brachen zum Beispiel von der Türkei aus auf und liefen den größten Teil der Strecke zu Fuß, schlugen sich durch, lebten einige Tage in einer verlassenen Hütte im Wald.

Die drei Syrer sind erst seit wenigen Wochen in Deutschland. Sie sind im Privatinternat Marienau in der Lüneburger Heide untergekommen. Binjam aus Eritrea ist schon fast eineinhalb Jahre hier. Wie Mahdi und Yousuf aus Afghanistan wohnt er in einem Flüchtlingsheim in Neumünster.

Alle sechs kamen mit Plänen, Träumen und der großen Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie haben SPIEGEL ONLINE erzählt, was sie sich für später wünschen. Und was ihnen an Deutschland aufgefallen ist, an diesem Land, das ihr Zuhause werden soll:

(Weil die Flüchtlinge noch nicht volljährig sind, dürfen wir ihre Gesichter nicht zeigen - und haben stattdessen ihre Hände fotografiert.)

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Gemeinsam einsam
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    Sie kamen allein, aus Afghanistan, Iran oder Eritrea. Jetzt sollen sie sich schnell in die deutsche Gesellschaft einfügen. In einem Wohnheim in Neumünster gehen minderjährige Flüchtlinge durch die harte Schule der Integration.
  • Ein Besuch.

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