Mobbing unter Jugendlichen "Die Schule wurde meine persönliche Hölle"

Gemobbt zu werden fühlt sich mies an - zu mobben auch, aber manchmal erst viel später. Dem Jugendmagazin "Spiesser" haben zwei Täter und ein Opfer erzählt, wie sie ausgeteilt haben und was sie einstecken mussten.

Mobbing unter Jugendlichen: "Ich drehte völlig durch"
Frank Grätz

Mobbing unter Jugendlichen: "Ich drehte völlig durch"


Ein fieser Witz hier, ein böser Blick da - Mobbing fängt klein an und hat für die Opfer und manchen Täter große Folgen. Wer gemobbt wurde, muss sein Selbstwertgefühl erst mühsam wieder zusammenpuzzeln. So ging es Nicole, die für das Jugendmagazin "Spiesser" aufgeschrieben hat, wie sehr sie in der Schule unter Hänseleien und Beleidigungen litt. "Mit jeder Attacke schwand die Hoffnung auf Anerkennung", erinnert sie sich.

Die 20-jährige Jana hat selbst gemobbt und sie plagen jetzt, Jahre später, deswegen Gewissensbisse. Im Internet machte sie Klassenkameraden fertig, ihren Ex-Freund und seine neue Freundin. "Es war so einfach, einen gemeinen Kommentar zu schreiben", sagt sie.

Auch eine ehemalige Schülerin, die ihren Namen nicht nennen möchte, hat in der sechsten Klasse ein Mädchen gemobbt. "Lisa zu beleidigen, wurde eine Art Sport", sagt sie heute. Erst als die Eltern sie zur Rede stellten, bekam sie langsam Mitleid mit ihrer Klassenkameradin.

Dem "Spiesser" haben alle drei erzählt, wie sie sich als Opfer oder als Täter fühlten:



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insgesamt 166 Beiträge
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Alexander Axt 23.12.2012
1. Na und?
Auch ich wurde in meiner Schulzeit gemobbt. Das ist längst vergessen und ich habe dadurch gelernt. Es ist mir nie wieder passiert. Als man es während meiner Grundausbildung erneut versuchte, setzte es ein paar gut gezielte Nasenstüber. Ruhe war und ich hatte den Respekt meiner Kameraden, weil die vier größten Idioten des Zuges Wochenlang mit geschienten Nasen herumlaufen mussten. Solche Erfahrungen gehören zum Erwachsenwerden. Mutti kann da nicht helfen.
inecht 23.12.2012
2. früher...
... haben uns die Lehrer geprügelt, vor der ganzen Klasse niedergemacht, uns der Lächerlichkeit preisgegeben. Da einigte die Schüler das gemeinsame Feindbild. Wie viel grausamer, heute Schüler sein zu müssen.
fördeanwohner 23.12.2012
3. -
Richtiges Mobbing ist übel für die Betroffenen. Wenn alle anderen einen permanent schlecht machen und vielleicht noch körperlich drangsalieren, kann das nicht gutgehen. Das Problem ist aber, dass man den Mobbern in der Schule nicht wirklich beikommen kann, wenn deren Eltern nicht mitspielen. Und das ist leider zu häufig der Fall. Da werden dann Maßnahmen seitens der Schule einfach ausgehebelt. Mordrohungen in sozialen Netzwerken werden kommentiert mit: "Das ist doch nun wirklich nicht schlimm. Das sind doch nur Worte." In diesem Fall kann man Eltern von betroffenen Kindern nur empfehlen, Anzeige zu erstatten, wenn die Mobber 14 oder älter sind. Bei jüngeren Schülern ist das natürlich schwieriger. Das Thema "Mobbing" steht im Fokus, wird aufgearbeitet und diskutiert. Es gibt Prävention. Das ist alles berechtigt. Aber dadurch ergibt sich ein neues Problem. Schüler kennen die Problematik und verwenden Mobbing als Ausrede. "Ich werde gemobbt", dient z.B. dazu, nicht zur Schule gehen zu müssen. Eigentlich haben diese Kids ganz andere Probleme, meist durchs Elternhaus bedingt. Und dann gibt es noch Schüler, die von zuhause "geeicht" sind, selbst austeilen, aber behaupten gemobbt zu werden, wenn andere sich revanchieren. Da werden dann sogar Atteste vorgelegt, die das "Mobbing" belegen. In solchen Fällen kommt es dann schließlich genau dazu, dass diese Kinder von ihren Mitschülern ausgegrenzt werden. Ein Teufelskreis, den man nicht brechen kann. Nicht, dass man mich falsch versteht. Ich bin davon überzeugt, dass es Mobbing gibt. Aber mir ist es ein Anliegen aufzuzeigen, wie komplex das Thema eigentlich ist und was es erschwert, das Problem richtig anzugehen.
robrob 23.12.2012
4. Und dass schlimme ist,
Dass die hier dargestellten noch in "normalen Mobbing Ausmaß" sind. Ich kenne durchaus noch schlimmere Fälle. Zurückbleiben, wie im artikel ansatzweise angesprochen, emotionale Wracks.
BettyWuth 23.12.2012
5. Mobbing unter Strafe stellen!
Für den Tatbestand des Mobbings fehlen deutsche Gesetze, die ein solches Tun deutlich und massiv unter Strafe stellen. Hier sind die Rechtshüter gefordert. Und nicht morgen, sondern am liebsten noch vorgestern! Denn was den betroffenen Opfern hiermit angetan wird, ist in keinem Falle hinzunehmen.
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