Dortmund Polizei rettet Facebook-Stars vor kreischenden Teenies

Zwei Jugendliche wollten in der Dortmunder Innenstadt shoppen gehen und kündigten diesen Plan auf Facebook an. Dort haben die beiden Jungs jedoch eine halbe Million Fans - und von denen kamen dann so viele, dass die Polizei anrücken musste.

Jugendliche mit Smartphones: "#BestFans Danke"
REUTERS

Jugendliche mit Smartphones: "#BestFans Danke"


"Dortmund ich Danke euch für die Tausenden von Menschen heute ! Die besten Fans !!! Und tut Mir leid das es abgebrochen wurde nach einiger Zeit aber die Polizei nahm mich zu meiner Sicherheit mit Weil es einfach zu krank war alter hahahahahah aber ich mach es wieder gut Freunde ! #BestFans Danke"

Diesen Text verfasste "Momo" am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite. Dort bezeichnet sich der Schüler als Person des öffentlichen Lebens, und eine solche ist er mittlerweile auch, zumindest bei Teenagern. Mehr als 460.000 Likes hat die Facebook-Seite "Momonews" - das heißt: Wenn Momo einen Gedanken, einen Spruch oder einen Plan auf Facebook veröffentlicht, bekommen das ziemlich viele Leute mit.

So auch am Samstag. Momo teilte mit, in der Dortmunder Innenstadt shoppen gehen zu wollen. In einer Einkaufsstraße wurden er und sein Kumpel prompt von einigen Jugendlichen entdeckt und verfolgt. Das sprach sich schnell herum: Auf mehr als 300 Jugendliche stieg die Menschenmenge an, die sich trotz Aufforderungen aus dem Polizei-Lautsprecher nicht zerstreuen wollte.

Nach Schilderung der Polizei vom Sonntag brach zeitweise sogar der Verkehr zusammen. "Damit keine Personen zu Schaden kommen, verfrachteten die Beamten die Facebook-Berühmtheiten in den Streifenwagen und fuhren der Menschenmasse davon", teilte die Polizei später mit. Die beiden 17- und 18-jährigen Facebook-Stars seien dann unbehelligt nach Frankfurt heimgereist.

Ein kurzer selbstgedrehter Videoclip auf "Momonews" zeigt nun den Teenieschwarm, wie er in einer Einkaufsstraße voller Jugendliche steht, die auf sein Kommando hin anfangen zu kreischen. 9000 Menschen gefiel das.

lgr/dpa



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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Paul Panda 08.03.2015
1. Warum so viele Fans?
Womit hat sich dieser ominöse Momo denn hervorgetan, dass er so viele Fans hat? Das geht aus dem Artikel leider nicht hervor. Ich vermute daher: Wahrscheinlich durch Nichts. Wenn ich mich nämlich an meine Jugend erinnere, fallen mir auch immer wieder irgendwelche Typen ein, denen alle (auch ich) nachgerannt sind, nach denen sich jeder permanent erkundigt hat (Standard-Frage an den Wirt beim Betreten der Stammkneipe: "Hast Du den ... heute schon gesehen?") und deren inhaltslose Sprüche jeder nachgeplappert hat, obwohl diese Leute eigentlich sehr langweilig waren. Scheint irgendwie ein Pubertätsphänomen zu sein. Durch das Internet haben sich lediglich die Dimensionen geändert. Mit Massenaufläufen durchgeknallter Teenager müssen wir daher weiterhin leben, wenn wir Facebook, Twitter und ähnliche Plattformen nicht verbieten wollen.
praetor300 09.03.2015
2. Ein klarer Fall
von Störerhaftung. Rechnung für den Polizeieinsatz an ?Mono?, mit schönem Gruß von den Herren in den dunklen Anzügen...
rmuekno 09.03.2015
3. Kosten für den Einsatz den Jungs bzw. deren Eltern auferlegen
ur so kann man diesen Facebookwahn aufhalten.
sinasina 09.03.2015
4. Vieleicht sole ich auch mer twittern?
* "Dortmund ich Danke euch für die Tausenden von Menschen heute ! Die besten Fans !!! Und tut Mir leid das es abgebrochen wurde nach einiger Zeit aber die Polizei nahm mich zu meiner Sicherheit mit Weil es einfach zu krank war alter hahahahahah aber ich mach es wieder gut Freunde ! #BestFans Danke"* * Vieleicht sole ich auch mer twittern?
UlliK 09.03.2015
5. Verbieten?
Zitat von Paul PandaWomit hat sich dieser ominöse Momo denn hervorgetan, dass er so viele Fans hat? Das geht aus dem Artikel leider nicht hervor. Ich vermute daher: Wahrscheinlich durch Nichts. Wenn ich mich nämlich an meine Jugend erinnere, fallen mir auch immer wieder irgendwelche Typen ein, denen alle (auch ich) nachgerannt sind, nach denen sich jeder permanent erkundigt hat (Standard-Frage an den Wirt beim Betreten der Stammkneipe: "Hast Du den ... heute schon gesehen?") und deren inhaltslose Sprüche jeder nachgeplappert hat, obwohl diese Leute eigentlich sehr langweilig waren. Scheint irgendwie ein Pubertätsphänomen zu sein. Durch das Internet haben sich lediglich die Dimensionen geändert. Mit Massenaufläufen durchgeknallter Teenager müssen wir daher weiterhin leben, wenn wir Facebook, Twitter und ähnliche Plattformen nicht verbieten wollen.
Wollen wir es Anderen verbieten, ihre Meinung zu sagen? Ich halte es eher mit der sinngemäßen Rosa Luxemburg, die "nicht der Anderen Meinung ist, aber alles tun würde, damit diese ihre Meinung äußern dürfen". Ein Verbot bewirkt nichts, ist im schlimmsten Fall kontraproduktiv, nur die inhaltliche Auseinandersetzung kann vielleicht einen Sinneswandel bei den ach so schlimmen Andersdenkenden bewirken!
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