Für Schichtarbeiter NRW plant 24-Stunden-Kitas

Wenn Eltern Nachtschicht haben, wird die Kinderbetreuung schwierig. Nun will auch Nordrhein-Westfalen Kitas deshalb erlauben, rund um die Uhr zu öffnen - allerdings nur in Einzelfällen.

Kita-Kinder
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Um eine flächendeckende Änderung der Kita-Öffnungszeiten geht es nicht, das ist dem Düsseldorfer Familienministerium wichtig. Und auch nicht darum, Kinder rund um die Uhr irgendwo abgeben zu können, damit die Eltern zu Hause mal Ruhe haben und durchschlafen können. Trotzdem plant NRW die Einführung von 24-Stunden-Kitas - als Angebot für Eltern in Schichtarbeit.

Die erste 24-Stunden-Kita öffnete bereits vor neun Jahren in Schwerin. Gefördert vom Bund entstehen seither immer mehr Rund-um-die-Uhr-Kitas. In Nordrhein-Westfalen gab es bislang allerdings noch keine.

Geplant seien auch nur einzelne Kindereinrichtungen an bestimmten Orten, sagte ein Ministeriumssprecher dem SPIEGEL. "Das könnte etwa im Umfeld von Unikliniken der Fall sein, wo das medizinische Personal rund um die Uhr arbeiten muss." In der Regel sollten Kinder auch dort nicht mehr als neun Stunden bleiben, sondern nur dann in der Einrichtung übernachten, wenn die Eltern nachts arbeiten müssen.

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Die geplante Neuregelung ist Teil der Reform des Kinderbildungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hatte die Initiative bereits vor einem Jahr angekündigt, um die Qualität der Kita-Versorgung und die Personalausstattung zu verbessern. Im Januar 2019 will Stamp den Gesetzentwurf vorlegen, zum Kitajahr 2020/2021 soll das Gesetz in Kraft treten.

him/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
hakim 03.07.2018
1. Es wird gleich wieder draufgehauen hier im Forum..
Die Kita mit 24/7 Öffnungszeiten ermöglichen vielen meiner Kollegen trotz Nacht- und Wochenendarbeit das Familienleben aufrecht zu erhalten. In der extrem anstrengenden Lebensphase um die 30 ein hilfreiches Angebot. Die bisherige Alternative war, dass nie alle zu Hause sein konnten, weil einer immer arbeiten musste, besonders an Wochenenden und Feiertagen. So lässt sich gemeinsame Familienzeit planen. Aber erfahrungsgemäß wird jetzt wieder auf die Eltern, die diese Angebote nutzen verbal eingedroschen ohne je in der Situation gewesen zu sein.
storchentante 03.07.2018
2. nur für die Nachtschicht ?
wenn ich aus der Nacht komme muss ich erst mal 5 Stunden schlafen . Undenkbar sich um 7.00 und nach 9 Stunden Nachtdienst um ein kleines Kind zu kümmern, die nächste Nacht will ja auch "geschafft " werden. Also wieder ein nicht ausreichendes Angebot, das beispielsweise Alleinerziehenden nicht viel hilft.
kantirandavivorhodan 03.07.2018
3. @1
Das Problem dabei: Ich kenne einige dieser Eltern, welche sich längere Schließzeiten wünschen. Nur diese könnten ohne Probleme auch kürzer treten - aber nein, dies würde sich ja der eigenen Karriere oder dem eigenen "Erlebnis-Drang" entgegen stellen. Da frage ich mich, warum es bei solchen Leuten direkt ein Kind sein muss, wenn diese nicht mal für einen Goldhamster Zeit hätten. Natürlich gibt es auch Eltern, die einfach nicht anders können, aber bei dem, was ich bei uns in der Kita und in unserem Umfeld mitbekommen habe, stellen diese eher eine Minderheit dar. Aber so ist sie nun mal, unsere FDP - anstatt Familien zu entlasten, dass diese eher kürzer treten können, wird der Gaul von hinten aufgezäumt. Und ja, ich bin in dieser Situation: Durch unseren Junior läuft meine Selbstständigkeit im Grunde als "halbe Stelle", den Rest kümmere ich mich um unserne Kleinen - und ich bin für jede Minute dankbar. Finanziell würde es uns um einiges besser gehen, aber wir kommen über die Runden und haben ein Familienleben. Ich käme nie auf die Idee den Kleinen zu diesen Zeiten in eine Kita zu geben. Mir stellt sich aber eine andere Frage: Wie soll das personell gehen? Es fehlen in Deutschland jetzt schon 200.000 - 250.000 Fachkräfte in dem Bereich - und es wird die nächsten Jahre nicht besser, denn es gehen mehr in Rente als von den Schulen nachkommen. Aber darüber wird nichts gesagt...
kantirandavivorhodan 03.07.2018
4.
Zitat von storchentantewenn ich aus der Nacht komme muss ich erst mal 5 Stunden schlafen . Undenkbar sich um 7.00 und nach 9 Stunden Nachtdienst um ein kleines Kind zu kümmern, die nächste Nacht will ja auch "geschafft " werden. Also wieder ein nicht ausreichendes Angebot, das beispielsweise Alleinerziehenden nicht viel hilft.
Wird das Kind hierbei eigentlich gefragt, was es dazu meint? Oder ist das in unserer Gesellschaft mittlerweile so egal, weil Kinder einfach zu parieren haben?
lachina 03.07.2018
5.
Ich kenne diese Einrichtungen aus den 90er -Jahren aus Kolumbien, da hießen sie "Kinderhotels" und die Kinder gingen da gerne hin, da sie mit allem möglichen ausgestattet waren. Nur - ein Kind liebt so was, das andere isst lieber drei Wochen lang ungesüßten Porridge. So viel Gemeinschaft bis in den Schlaf hinein ist nicht für jeden was. Besser wären mobile Nachtmütter, äquivalent zur Tagesmutter.
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