Insolventes Internat Odenwaldschule steht zum Verkauf

Monatelang wurde um die Zukunft der Odenwaldschule gestritten: Nun soll das Internatsgebäude verkauft werden. Einige Eltern sehen darin eine neue Chance.

Odenwaldschule: Internatsgelände mit "eigenem dörflichem Charakter"
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Odenwaldschule: Internatsgelände mit "eigenem dörflichem Charakter"


Sechs Jahre ist es her, dass zahlreiche Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule im südhessischen Ober-Hambach bekannt geworden waren. Nun steht das Internatsgebäude zum Verkauf. Die Insolvenzverwaltung bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Mannheimer Morgen" vom Montag.

Eine Rechtsanwaltskanzlei in Bensheim habe "das ehemalige Internatsgelände mit eigenem dörflichen Charakter" im Immobilienteil einer Wirtschaftszeitung inseriert, berichtete die Zeitung. Die Insolvenzverwaltung bestätigte, das denkmalgeschützte Gelände im Kreis Bergstraße "steht zur Vermarktung an".

In den Siebziger- und Achtzigerjahren waren in der Odenwaldschule mindestens 132 Schüler sexuell missbraucht worden. Jahrzehntelang hatte die Schule diese Übergriffe vertuscht. Doch im März 2010 kamen viele Fälle an die Öffentlichkeit, woraufhin die Zahl der Schüler spürbar zurückging und damit auch das Schulgeld für das Privatinternat. Zuletzt gab es noch rund 150 Schüler und fast 110 Mitarbeiter.

Im August 2015 war vor dem Amtsgericht Darmstadt das Insolvenzverfahren der Odenwaldschule eröffnet worden. Im September scheiterten Bemühungen von Eltern, eine Genehmigung zur Fortführung des Schulbetriebs für ein "Schuldorf Lindenstein" zu bekommen. Gabriele Magsam, Sprecherin von Eltern und Sponsoren des "Schuldorfes Lindenstein", sieht dem Bericht zufolge den Verkauf als Chance: Nun könne ein bereits interessierter Schulträger als Investor einsteigen.

asc/dpa



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