Österreich Bildungsministerium verbannt christlichen Sexualkundeverein aus Schulen

Homosexualität wurde als "Schicksal" dargestellt, Masturbation als schädlich verurteilt: Das österreichische Bildungsministerium hat dem christlichen Sexualkundeverein Teenstar verboten, weiter an Schulen zu unterrichten.

Symbolfoto zu Sexualkundeunterricht
imago/Christian Ohde

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In Österreich ist ein Sexualkundeverein negativ aufgefallen. So soll der christliche Verein Teenstar Workshops und Kurse an Schulen angeboten haben, die für das Bildungsministerium in Wien nicht länger tragbar sind.

Aus diesem Grund hat das Ministerium den Verein vorerst aus den Schulen verbannt. "Eine Fortführung der Aktivitäten wird in der derzeitigen Form nicht möglich sein", erklärte das Bildungsministerium der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Bereits am Dienstagabend hatten österreichische Medien über den Verein berichtet und aus mutmaßlichen Schulungsunterlagen zitiert. Demnach werde etwa Homosexualität als "Schicksal" dargestellt, dem man mit "gutem Fachpersonal" begegnen könne. Masturbation werde darin als schädlich verurteilt.

Der Verein ist auch in Deutschland aktiv, wie und wo genau wollte der Verein auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa aber nicht sagen.

Der österreichische Ableger des Vereins betonte in einer Stellungnahme, aus der die APA zitiert, dass die veröffentlichten Schulungsunterlagen zum Thema Homosexualität veraltet seien. Man vermeide es bei Teenstar aber, "Jugendliche vorschnell auf eine bestimmte sexuelle Orientierung festzulegen oder sie dazu zu ermutigen, sich über ihre erotischen Gefühle, die noch in Veränderung begriffen sein können, zu definieren". Sex erst in der Ehe entspreche derweil den Bedürfnissen junger Menschen nach verbindlichen Beziehungen.

Das Bildungsministerium will bis Anfang Dezember alle relevanten Materialien und Methoden von Teenstar überprüfen.

Im Video: Der Sexualkunde-Koffer (SPIEGEL TV 2011)

SPIEGEL TV

kha/dpa

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