Notenbetrug in Österreich Schüler müssen zur Strafe die Stadt putzen

Plötzlich hatten alle eine Eins: Österreichische Schüler haben einen Lehrer-Computer gehackt und Prüfungsaufgaben geklaut. Nun ermittelt sogar die Polizei.

Schüler bei Prüfung (Symbolbild)
DPA

Schüler bei Prüfung (Symbolbild)


Der Schwindel flog auf, als Fünfer-Kandidaten plötzlich reihenweise Einser schrieben. An der österreichischen Bundeshandelsakademie in Steyr haben Schüler das Passwort für einen Lehrer-Computer gehackt und mehrere Prüfungsaufgaben ausgespäht. Die besten in der Klasse haben daraufhin die Aufgaben gelöst und die richtigen Antworten an alle Mitschüler in der Klasse weitergegeben, wie mehrere österreichische Medien berichten.

Die Direktorin verdonnerte die Schüler zur Strafe, sich an dem Putzprojekt "Steyr räumt auf" zu beteiligen. Am Mittwoch räumen sie deshalb drei Stunden lang die Stadt auf, fegen die Straße und sammeln Müll. "Hintergedanke ist, dass dieses Großreinmachen auch einen erzieherischen Wert hat", sagte Klassenlehrerin Petra Bachl zu den "Oberösterreichischen Nachrichten". Alle 23 Schüler ihrer Klasse hatten sich an der Schummelaktion beteiligt. "Beim Aufräumen kann gleich die Idee, dass sich Schummeln lohnt, mit entsorgt werden", so Bachl.

Polizei ermittelt wegen "Betrügerischem Datenverarbeitungsmissbrauch"

Auch die Schüler zeigten sich reumütig. "Mit der Aktion wollen wir unser Image verbessern", sagte eine Schülerin zu den "Oberösterreichischen Nachrichten". Außerdem mussten die Schüler die betroffenen Prüfungen nochmal schreiben. Die Noten sollen dabei gar nicht so schlecht gewesen sein.

Mit ein bisschen Putzen ist es jedoch nicht getan. Die Schummelaktion könnte für die Schüler auch juristische Konsequenzen haben. Wegen der Computer-Spionage ermittelt nun die Polizei. Ob es zu einer Anklage kommt, ist unklar.

koe



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.