David Hogg Parkland-Überlebender bedankt sich bei Ver­schwörungs­theo­retikern

Er hat das Schulmassaker in Parkland überlebt und fordert schärfere Waffengesetze. Nun hat David Hogg auf Verschwörungstheorien im Netz reagiert - weil sie beste Werbung für sein Anliegen seien.

David Hogg
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Mit viel Ironie und bemerkenswerter Gelassenheit hat der Schüler David Hogg auf die kursierenden Verschwörungstheorien im Netz reagiert. Er hatte das Massaker an der Schule in Parkland überlebt. "Die Leute haben einen großartigen Job gemacht", sagt der 17-Jährige im Interview mit CNN.

Dank der Werbung habe er mittlerweile 250.000 Follower bei Twitter. "Diese Leute sind großartige Berater", sagt Hogg. Jede Erwähnung sei letztlich Werbung für seinen Einsatz gegen die Waffenlobby. Die Anschuldigungen gegen ihn zeigten, wie widerlich die Menschen seien, die Verschwörungstheorien über ihn verbreiten.

Hogg und andere Schüler, die sich nach dem Massaker für schärfere Waffengesetze stark machen, werden in Social-Media-Diensten massiv mit Beleidigungen, Verschwörungstheorien und Bedrohungen überzogen.

Sie seien nur Schauspieler, die eingesetzt würden, um das Recht zum Tragen einer Waffe auszuhebeln, heißt es unter anderem. Das ganze School Shooting sei ohnehin nur eine Erfindung, so wie andere Schulmassaker in der Vergangenheit auch.

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Vor allem rechte Plattformen und Akteure schüren den Verdacht, irgendwelche Mächte würden derartig brutale Fälle vorgaukeln, um ihre politische Agenda voranzutreiben - etwa US-Präsident Donald Trump zu schaden oder härtere Regeln für die Waffenindustrie durchzusetzen.

Seit Tagen kursieren auf YouTube Videos, die etwa Hogg als jemanden darstellen, der von Krise zu Krise eilt, um dort eine Rolle zu spielen. Einige dieser Filmchen wurden von Hunderttausenden Menschen gesehen. Als vermeintlichen Beleg präsentieren die Verschwörungstheoretiker etwa das Video eines TV-Senders, der Hogg im vergangenen Sommer an einem kalifornischen Strand zur Auseinandersetzung zwischen einem Rettungsschwimmer und einem Surfer interviewt hatte.

"Ich habe Mitleid mit ihnen"

Andere wittern ein Manöver der Geheimdienste gegen Trump, weil Hoggs Vater früher beim FBI gearbeitet hat. Echte Beweise, dass all das etwas mit dem Attentat zu tun hat, gibt es natürlich nicht. Sogar Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Präsidenten, verbreitete zwei Beiträge auf Twitter, die nahelegten, Hogg sei für seinen Vater im Einsatz.

"Sie stellen mich als Schauspieler dar, obwohl ich ein Zeuge des schrecklichen Vorfalls bin? Ehrlich, ich habe Mitleid mit ihnen", sagt Hogg über die Menschen, die ihn in sozialen Netzwerken attackieren. "Sie haben ihren Glauben an Amerika verloren. Und das ist in Ordnung, weil wir sie überleben werden", sagt der 17-Jährige.

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