Prügelstrafe Indischer Lehrer quält Schülerin zu Tode

In Neu-Delhi hat ein Lehrer eine Elfjährige heftig geschlagen und dann so lange in der glühenden Sonne stehen lassen, dass das Mädchen ins Koma fiel und starb. Die Prügelstrafe ist in Indien verboten - aber nicht zum ersten Mal starb ein Kind durch Lehrerhand.


Weil sie eine Schulaufgabe nicht richtig erledigte, ist eine indische Schülerin von ihrem Lehrer zu Tode geprügelt worden. Die elfjährige Shanno Khan starb am Freitag auf der Intensivstation des Lok-Nayak-Krankenhauses in der Hauptstadt Neu-Delhi, nachdem sie zwei Tage zuvor von einem Lehrer ins Koma geprügelt worden war.

DER SPIEGEL

Aus Wut über eine nicht erledigte Hausarbeit habe der Lehrer mehrfach brutal auf den Kopf des Mädchens eingeschlagen, berichtet der indische Fernsehsender NDTV. In einer Meldung der indischen Nachrichtenagentur ANI heißt es dagegen, die Schülerin habe das englische Alphabet nicht korrekt rezitiert, daraufhin habe der Lehrer ihren Kopf mehrfach auf ihr Schulpult geschlagen.

Danach habe das Kind auf Geheiß des Lehrers bei 40 Grad zwei Stunden lang in der Sonne stehen müssen und sei zusammengebrochen, so beide Medien übereinstimmend. Laut ANI hat Shannos kleine Schwester das Prügelopfer dann leblos auf dem Schulhof gefunden und die Eltern alarmiert.

"Ein trauriges, barbarisches Ereignis"

Die indische Familienministerin Renuka Chowdhury bezeichnete die Tat an der staatlichen Bawana-Grundschule im Norden Neu-Delhis als "schreckliche Tragödie" und forderte scharfe Konsequenzen. Das Kind habe "einen schrecklichen Preis für eine Nachlässigkeit bezahlt".

Bereits vor gut einem Jahr starb eine indische Schülerin, ebenfalls nach Schlägen auf den Kopf. Ein Mathe- und Englischlehrer hatte eine 15-Jährige mit einem Stock malträtiert, das Mädchen fiel später für mehrere Monate ins Koma und verstarb im März 2008 an den Gehirnverletzungen. Die Prügelstrafe ist in Indien verboten, dennoch werden Kinder häufig von Lehrern misshandelt.

"Wir haben bei der Polizei Anzeige erstattet, woraufhin der Lehrer und der Schuldirektor vom Dienst suspendiert wurden", erklärte der Vater des Opfers. "Doch das bringt unsere Tochter nicht zurück."

"Wir wissen aus mehren Quellen, dass das Kind mit Schlägen bestraft wurde und gehen dem nach", sagte Polizeisprecher Atul Katiyar. Die Eltern brachten die Leiche des Kindes zur Obduktion ins Maulana Azad Medical College.

Kinderrechtsorganisationen kündigten eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls an, die nationale Kommission für Kinderrechte nannte die Bestrafung, bei der das Kind starb, "eine trauriges, barbarisches Ereignis".

cht, dpa/AFP

insgesamt 1360 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Piri 06.02.2008
1.
Zitat von sysopNachdem er beleidigt worden war, verpasste ein Lehrer in Nordfrankreich einem Schüler eine Ohrfeige. Die französische Öffentlichkeit reagiert mit Verständnis. Was meinen Sie, muss sich ein Lehrer alles gefallen lassen?
Was soll diese Frage?! Wir sind nicht in Frankreich und nicht in England und nicht in Italien und nicht in Japan und nicht in Finnland... - wir sind in DEUTSCHLAND. Das ist doch wohl Antwort genug, oder sollen jetzt hier ernsthaft zum eintausendfünfhundertsiebenundzwanzigsten alle geballten Vor- und Nachurteile in Sachen Lehrer en detail neu ausgetobt werden?
pascal 66, 06.02.2008
2.
Zitat von PiriWas soll diese Frage?! Wir sind nicht in Frankreich und nicht in England und nicht in Italien und nicht in Japan und nicht in Finnland... - wir sind in DEUTSCHLAND. Das ist doch wohl Antwort genug, oder sollen jetzt hier ernsthaft zum eintausendfünfhundertsiebenundzwanzigsten alle geballten Vor- und Nachurteile in Sachen Lehrer en detail neu ausgetobt werden?
Und wozu dann Pisa?
felice4077 06.02.2008
3.
Die Frage ist wirklich witzig. Natürlich dürfen Lehrer - wie alle anderen Bürger auch - sich wehren, wenn sie angegriffen werden. Man nennt das Notwehr, bzw. im französischen Strafrecht légitime défense. Sie müssen dabei nur die Grenze der Gebotenheit einhalten. Eine Verteidigung mittels Ohrfeige gegen bloße verbale Beleidigungen ist nicht geboten. Wenn der Schüler allerdings tätlich wird, eventuell gar bewaffnet ist, wäre auch gegen einen KO-Schlag nichts einzuwenden.
Piri 06.02.2008
4.
Zitat von pascal 66Und wozu dann Pisa?
Bitte? Was hat PISA mit Beleidigungen und Ohrfeigen zu tun? Nebenbei: Frankreich war beim letzten PISA-Test ziemlich abgeschmiert, schon vergessen?
ChristophL 06.02.2008
5.
Zitat von felice4077Die Frage ist wirklich witzig. Natürlich dürfen Lehrer - wie alle anderen Bürger auch - sich wehren, wenn sie angegriffen werden. Man nennt das Notwehr, bzw. im französischen Strafrecht légitime défense. Sie müssen dabei nur die Grenze der Gebotenheit einhalten. Eine Verteidigung mittels Ohrfeige gegen bloße verbale Beleidigungen ist nicht geboten. Wenn der Schüler allerdings tätlich wird, eventuell gar bewaffnet ist, wäre auch gegen einen KO-Schlag nichts einzuwenden.
Wenn sie als Lehrer nicht in ernste Probleme kommen, dann sollten sie sich lieber schlagen und beleidigen lassen. Hier gilt das Notwehr Prinzip: Bis die Unschuld bewiesen... auch wenn sie nur zuhauen um sich zu wehren, wenn die "Gang" von dem besagtem Jugendlichem nämlich aussagt sie hätten den Streit bekommen und er sich nur gewehrt und sie haben keine weiteren Zeugen... Da sehen sie alt aus. In der Praxis passiert leider genau dies häufig.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.