Pulleralarm Schüler pinkelt in Brotdose seiner Lehrerin

"Halt's an oder nimm meine Brotdose", sagte eine Junglehrerin in Florida einem Schüler, der im Unterricht dringend zur Toilette musste. Der 13-Jährige nahm sie beim Wort und gab ihr die Lunchbox frisch betankt zurück. Jetzt gibt es Ärger - für die Lehrerin.


Ein quängelnder Pennäler mit kräftigem Druck auf der Blase - der Pulleralarm passte Jameeka C., Junglehrerin in Orlando, offenbar gar nicht in den Kram. "Halt's an oder nimm meine Brotdose", soll die Pädagogin dem 13-jährigen Thomas an der Meadowbrook-Mittelschule gesagt haben, als sie den Sechstklässlern Sprachunterricht gab. Es mag sarkastisch gemeint gewesen sein, der Schüler jedenfalls zögerte nicht lange - er nahm die Lehrerin beim Wort.

Wie der Schulrat Frank Kruppenbacher der Lokalzeitung "Orlando Sentinel" bestätigte, stellte der Junge sich mit der Brotdose hinter einen Bücherschrank und ließ seinem Harndrang dort freien Lauf. Und gab der Lehrerin danach das bewässerte Behältnis zurück. Das berichteten Sechstklässler, die am Unterricht teilgenommen hatten.

Am kommenden Montag wird die Junglehrerin, die einen Jahresvertrag an der Mittelschule hat, der Schulbehörde erklären müssen, wie der Urin in ihre Brotdose kommen konnte. Vorläufig ist sie beurlaubt. Einen klaren Befehl nach dem Motto "Jetzt geh und pinkel in die Dose" habe sie aber auf keinen Fall geäußert, sagte Schulrat Kruppenbacher - "sowas ist jenseits unserer Vorstellungskraft". Eine Stellungnahme der Lehrerin soll inzwischen vorliegen, wegen des schwebenden Verfahrens jedoch noch nicht veröffentlicht werden.

Der Schüler ist laut "Orlando Sentinel" kein reguläres Mitglied der Klasse, sondern sollte im Klassenraum lediglich vorübergehend am Computer arbeiten. Nach Angaben der Mutter, die sich am Morgen nach der Druckbetankung beim Schulleiter beschwert hatte, befindet er sich inzwischen in psychatrischer Behandlung. Zuvor gab er aber einem lokalen Fernsehsender noch ein Kurzinterview - mit Insidertipps für ähnlich erniedrigte Pinkel-Pennäler: "Ich hoffe sehr, dass sowas nicht noch anderen Kindern passiert. Und falls doch, sollen sie es sofort ihren Eltern sagen."

wie/AP



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