Lehrer im Ruhestand So viele Pensionäre wie nie zuvor

Neuer Rekord: Rund 26.600 verbeamtete Lehrer haben binnen eines Jahres die Schulen in den Ruhestand verlassen - so viele wie noch nie. Zugleich gingen noch nie so wenige Lehrer wegen Dienstunfähigkeit.

3500 plus 23.100: Rund 26.600 verbeamtete Lehrer wurden 2013 pensioniert
DPA

3500 plus 23.100: Rund 26.600 verbeamtete Lehrer wurden 2013 pensioniert


So viele Lehrer wie jetzt haben sich noch nie zuvor verabschiedet: Rund 26.600 verbeamtete Lehrer gingen im Jahr 2013 in den Ruhestand, meldet das Statistische Bundesamt. Das sind rund 2300 (neun Prozent) Pensionierungen mehr als im Vorjahr.

Schon seit Jahren ist die Zahl der Pensionierungen relativ hoch: Bereits im vergangenen Jahr meldeten die Statistiker mit 24.400 neuen Pensionären einen Rekordwert. Zwischen 2007 und 2011 gingen jährlich durchschnittlich 19.600 verbeamtete Lehrer in den Ruhestand; vor 1999 waren es nie mehr als 11.000 Pensionierungen gewesen. Im Durchschnitt waren die 2013 pensionierten Lehrer 63,3 Jahre alt, bei Dienstunfähigkeit 58,7 Jahre.

Die Statistiker führen die hohe Zahl in diesem - wie schon im vergangenen Jahr - auf die Siebzigerjahre zurück: Damals nahmen sehr viele junge Lehrer ihren Dienst auf. Dementsprechend werden wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren weiterhin viele Lehrer in den Ruhestand wechseln.

Gleichzeitig gab es einen zweiten Rekord im Jahr 2013: Noch nie zuvor wurden so wenige Lehrer wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Rund 3500 (13 Prozent) der Pensionäre waren dienstunfähig, im Jahr zuvor waren es noch 3800 Lehrer. Zwischen 1993 - dem Beginn der statistischen Erfassung - und 2001 waren jedes Jahr mehr als die Hälfte der Lehrer aufgrund von Dienstunfähigkeit pensioniert worden. Ein Grund für den Rückgang scheint zu sein, dass es Versorgungsabschläge bei vorzeitiger Pensionierung gibt. Seit diese Regel gilt, sinkt die Zahl kontinuierlich.

fln



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jujo 16.12.2014
1. ...
Wir haben vor kurzem nach Jahren eine alte Freundin getroffen. Sie war Lehrerin aus Berufung in früheren Jahren. Getroffen haben wir eine am Beruf zerbrochene Frau, welche am System, Schüler und Eltern verzweifelte. Sie zählt die Tage die sie noch in der Klapsmühle genannt Schule verbringen muß bis zur Fühpensionierung. Wenn nur 50% von dem stimmt was sie uns berichtete würde das für mich reichen den Kram zu schmeißen! Aber jetzt kommen wieder die Gutmenschen die unterstellen, Lehrer gehen nicht zur Arbeit sondern in den Kuschelzoo!
artis 16.12.2014
2. ich habe einen Onkel
der war auch Lehrer, was der für Altersgeldbezüge bekommt ist schon strafbar. Warum bekommen Beamte so viel Rente und Arbeiter die jahrelang den Buckel krumm gemacht haben, so wenig. Ich denke es muss eine gewisse Gleichheit bestehen oder ?? Denn als die Arbeiter mal mehr Geld bekommen haben, haben die Beamten nachgelegt sie möchten auch mehr damit wieder Gleichheit besteht.
fresigo 16.12.2014
3. Das ist erst er Anfang
Und das wird nicht nur mit den Lehrern so sein, sondern mit der Gesamtgesellschaft. Demographen wissen es doch schon seit Jahrzehnten, dass es so kommen wird und seit Jahrzenhten hat man nichts gemacht - aus politischen Gründen. Und es wird noch viel mehr werden. Die Rentenbeiträge werden aber erst angehoben, wenn die verantwortliche Generation selbst in Rente ist, um daraus zu profitieren. Die aktuellen 30-50-Jährigen (gehöre dazu) sind die Verlierer der Nachkriegszeit und dürfen zahlen. Die Generation-Y, die danach kommt, wird - so wie ich sie kennengelernt habe - es sich aber nicht mehr gefallen lassen. Aus ihrer Sicht zurecht, aber auch das wird uns sehr unangenehm und teuer werden.
misterknowitall 16.12.2014
4.
Dann sollte man mal schnellstens über den Beamtenstatus für Lehrer nachdenken. Völlig überflüssig und es wird noch richtig teuer werden. Außerdem fehlende die gutverdienenden Lehrer als Rentenzahler.
Nania 16.12.2014
5.
Zitat von artisder war auch Lehrer, was der für Altersgeldbezüge bekommt ist schon strafbar. Warum bekommen Beamte so viel Rente und Arbeiter die jahrelang den Buckel krumm gemacht haben, so wenig. Ich denke es muss eine gewisse Gleichheit bestehen oder ?? Denn als die Arbeiter mal mehr Geld bekommen haben, haben die Beamten nachgelegt sie möchten auch mehr damit wieder Gleichheit besteht.
Glauben Sie nicht, dass Lehrer auch jahrlang den Buckel krumm machen? Glauben Sie nicht, dass Lehrer zu sein möglicherweise einer der anstrengensten Berufe überhaupt ist? Vielleicht nicht körperlich - geistig aber mit Sicherheit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.