Urteil in Berlin Schüler scheitern mit Klage gegen schlechte Noten

Drei Gymnasiasten aus Berlin-Neukölln sind vor Gericht gescheitert. Sie hatten wegen ihrer schlechten Noten geklagt. Schuld daran seien die vielen Migrantenkinder in der Klasse. Sie sind selbst keine Muttersprachler.

Ausländeranteil von 63 Prozent ist in Ordnung: Das entschied ein Berliner Gericht
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Ausländeranteil von 63 Prozent ist in Ordnung: Das entschied ein Berliner Gericht


Berlin - Berliner Schüler können nach einem Urteil nicht beanspruchen, dass ihre Klassen einen geringen Anteil von Einwandererkindern haben. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht nach Klagen dreier Schüler am Donnerstag entschieden. Gegen die Urteile ist ein Berufungsverfahren möglich.

Hintergrund: Die zwei Jungen und ein Mädchen haben die Probezeit am Leonardo-da-Vinci-Gymnasium in Berlin-Neukölln nicht bestanden. Dagegen klagten die Eltern - und gegen die schlechten Noten, die ihnen die Versetzung verhagelten.

Als Grund für die schlechten Zensuren wurde auf den Anteil der Mitschüler mit Migrationshintergrund in der Klasse verwiesen. Dieser betrug 63 Prozent. Nur deswegen hätten sie so schlecht abgeschnitten, hieß es. Die drei Schüler sind ebenfalls keine Muttersprachler, sondern haben arabische und türkische Wurzeln.

Den klagenden Eltern scheint es nicht nur um die Versetzung ihrer Kinder zu gehen, sondern allgemein um den Ausländeranteil an Berliner Schulen. Die drei Jugendlichen gehen inzwischen auf eine integrierte Sekundarschule und wollen gar nicht zurück ans Gymnasium.

Das Berliner Verwaltungsgericht entschied nun gegen die Klage: Der hohe Ausländeranteil bringe keine Benachteiligung der Schüler mit sich. Die Kläger hatten argumentiert, dass der Migrantenanteil in der Parallelklasse nur bei 13 Prozent lag. Die Richter zogen jedoch Fälle heran, in denen in einer solchen Klasse noch mehr Kinder das Probejahr nicht bestanden hatten.

Das Verfahren hatte in den vergangenen Tagen in der Hauptstadt für Diskussionen gesorgt. "Ziel der Klage ist die Anerkennung, dass die schlechten Leistungen der Schüler auf Diskriminierung zurückzuführen sind", sagte Carsten Ilius, Anwalt der Familien, dem "Tagesspiegel".

Von "eigenwillig" bis "irrste Klage des Jahres" lauteten laut der Zeitung die Bewertungen des Prozesses. Fest steht, dass sie die Debatte über die Schulpolitik in Berlin neu angefacht hat: Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu, freut sich, dass endlich Schüler gegen die Bildung von Klassen mit hohem Migrantenteil klagen, das sei ein "Skandal".

Die Bildungsexpertin der CDU-Fraktion, Hildegard Bentele, sagte dem "Tagesspiegel" hingegen, jeder Schüler habe die Möglichkeit, nicht auf eine Schule zu gehen, an der er Benachteiligung befürchtet. Ein neues Schulgesetz, das sich jedoch gerade verzögert, soll sich darum kümmern, das nicht mehr so viele für die Schulform ungeeignete Schüler aufs Gymnasium kommen - oder dort scheitern.

(Az.: VG 3 K 269.12, 3 K 270.12 und VG 3 K 271.13)

mia/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 145 Beiträge
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Seite 1
kb26919 26.09.2013
1. Das ist doch eine absurde Klage
Schuld sind für gewisse Migranten immer die Anderen,die Deutschen .Auf die Idee daß sie selber in der Pflicht sind um in der Schule bessere Noten zu erreichen kommen sie offenbar nicht.seltsamer Weise gibt es auch Migranten die sehr gute Noten erreichen ,ist das etwa auch die " Schuld" der Deutschen ?
lordas 26.09.2013
2.
Zitat von sysopDPADrei Gymnasiasten aus Berlin-Neukölln sind vor Gericht gescheitert. Sie hatten wegen ihrer schlechten Noten geklagt. Schuld daran seien die vielen Migrantenkinder in der Klasse. Sie sind selbst keine Muttersprachler. Schüler klagen im Berlin Neukölln gegen schlechte Noten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/schueler-klagen-im-berlin-neukoelln-gegen-schlechte-noten-a-924781.html)
Manchmal verstehe ich die Politik in NRW nicht. Erst scheint man den Kindern das Abitur am liebsten schenken zu wollen, jetzt auf einmal soll das Gymnasium von der Flut befreit werden? Oder versucht man nicht eher möglichst viele Schüler auf die Sekundarschulen zu leiten? Immerhin gibt es dort am Ende die Garantie das Abitur machen zu dürfen. Mich würde mal interessieren, wieviele Sekundarschulen ehemalige Hauptschulen waren.
prüderiegegner 27.09.2013
3. Nix Gümmi?
"Die Bildungsexpertin der CDU-Fraktion, Hildegard Bentele, sagte dem "Tagesspiegel" dagegen, jeder Schüler hätte die Möglichkeit, nicht auf eine Schule zu gehen, an der er Benachteiligung befürchtet." 1. Nicht "dagegen" sondern "hingegen". 2. Nicht "hätte" sondern "habe". (Konjunktiv realis) 3. Nicht "nicht auf eine Schule zu gehen", sondern "Schulen zu meiden". Und nun der ganze Satz in korrigierter Form und gymnasientauglich: "Die Bildungsexpertin der CDU-Fraktion, Hildegard Bentele, sagte dem "Tagesspiegel" hingegen, jeder Schüler habe die Möglichkeit, Schulen zu meiden, an denen er Benachteiligung befürchtet." Na? War doch gar nicht so schwer, oder?
Ich_sag_mal 27.09.2013
4. Kapiere ich nicht!
Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu, freut sich, dass endlich Schüler gegen die Bildung von Klassen mit hohem Migrantenteil klagen, das sei ein "Skandal". Was wird denn hier gemeint? Ich stelle mir gerade vor das hier jemand ohne Migrantenhintergrund geklagt oder kommentiert hätte. Das Faktum besteht, die Abstimmung mit den Füßen besteht. Ist nur noch nicht im Kopf. Wer soll muß oder darf jetzt wie reagieren, ich meine damit das politisch korrekt bleibt.
bettyboop2013 27.09.2013
5.
63% Migrantenanteil ist für eine Neuköllner Schule doch eher wenig.
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