Schüler Je länger die Pausen, desto besser die Noten

Wie das Ergebnis einer Klausur ausfällt, hängt nicht nur vom Wissen der Schüler ab. Eine Studie zeigt: Der Zeitpunkt der Prüfung spielt eine Rolle - und ob es vorher eine große Pause gab.

Schulhof: Forscher empfehlen lange Pausen vor Prüfungen
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Schulhof: Forscher empfehlen lange Pausen vor Prüfungen


In der sechsten Stunde eine Matheklausur schreiben und vorher nur fünf Minuten Pause? Keine gute Idee, wenn die Schüler so gut wie möglich abschneiden sollen.

Eine aktuelle Studie der Harvard Business School zeigt, dass zwei Faktoren die Ergebnisse von standardisierten Prüfungen beeinflussen: die Tageszeit, zu der die Schüler die Tests schreiben. Und ob die Kinder und Jugendlichen vor der Klausur eine Pause hatten.

Jede Stunde, die eine Klausur später als zehn Uhr stattfindet, sorgt demnach für ein schlechteres Ergebnis. Die beste Prüfungszeit sei zwischen neun und zehn Uhr morgens. Besonders stark mache sich die Uhrzeit bei Schülern bemerkbar, die insgesamt schlechtere Noten haben als der Durchschnitt.

Einen größeren Einfluss als der Zeitpunkt der Prüfung hat laut der Untersuchung allerdings etwas anderes: Entscheidend ist, ob die Schüler nach jeder Stunde eine Pause und vor der Klausur eine längere Pause von 20 bis 30 Minuten hatten. Wenn dies der Fall war, verbesserten sich die Testergebnisse sogar über den Tag hinweg.

Lange Schultage sind kein Problem - wenn die Schüler zwischendrin ausreichend Erholung haben
Corbis

Lange Schultage sind kein Problem - wenn die Schüler zwischendrin ausreichend Erholung haben

Das Fazit der Forscher: Tests in der Schule müssen nicht unbedingt möglichst früh stattfinden, noch wichtiger sind möglichst lange Pausen zwischen den Schulstunden und vor den Prüfungen. Besonders schwächere Schüler würden davon profitieren. Wenn ausreichend Zeit zum Erholen gegeben sei, wären demnach auch lange Schultage kein Problem für die Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen.

Für die Studie hat eine Forschergruppe um Francesca Gino Daten des dänischen Bildungsministeriums und Ergebnisse von mehr als zwei Millionen Prüfungen ausgewertet, die zwischen 2010 und 2013 an öffentlichen Schulen in Dänemark stattgefunden hatten. Die Schüler waren zwischen acht und 15 Jahre alt.

Andere Experten fordern schon länger einen späteren Unterrichtsbeginn als der bisher meist übliche um acht Uhr. Viele Studien haben belegt, dass die Kinder ausgeglichener und erfolgreicher lernen, wenn die Schule später beginnt. Denn: Das Gehirn ist bei Schulkindern zwar sehr aufnahmefähig, braucht aber ausgedehnte Regenerationsphasen, um die Informationen des Tages im Langzeitgedächtnis zu verarbeiten.

Unterrichtsbeginn um acht Uhr kann Folter sein für Jugendliche

Grundschüler sollten zehn bis elf Stunden pro Nacht schlafen, Jugendliche brauchen etwa neun Stunden. Schlafen Schüler weniger, können sie sich schlecht konzentrieren, werden missmutig und depressiv, manche entwickeln Wachstumsstörungen.

Ab dem zwölften Lebensjahr, also mit Beginn der Pubertät, verändert sich die innere Uhr, und die natürliche Einschlafzeit verschiebt sich immer weiter nach hinten: Während kleine Kinder und Grundschüler meist früh schlafen und früh aufstehen möchten - die Schlafforschung nennt diesen Schlaftyp "Lerche" -, zählen Jugendliche meist zu den "Eulen": mit dem bevorzugten Rhythmus schlafen nach Mitternacht und aufstehen nach acht Uhr. Erst mit ungefähr 30 Jahren verschieben sich die Schlafgewohnheiten wieder etwas nach vorne.

Viele Hirn- und Schlafforscher plädieren deshalb dafür, erst um neun oder gar um zehn Uhr mit dem Unterricht zu beginnen. In Deutschland startet die Schule in der Regel um acht Uhr, in manchen Bundesländern sogar noch früher. Nur einige wenige beginnen erst um 9 Uhr. In anderen EU-Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien ist neun Uhr bereits üblich.

Auch in den USA geht der Trend zu einem späteren Schulstart am Morgen - mit positiven Ergebnissen, wie Studien zeigen: Selbst wenn Schüler nur eine halbe Stunde länger schlafen können, sind sie psychisch besser drauf und erzielen in der Schule bessere Noten.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
peterasizo 16.02.2016
1. Lernen in den Pausen
Das liegt einzig und allein daran, dass die Schüler in den langen Pausen dann Zeit haben, zu lernen. Sie müssen in der Schule sein, auf den Pausenhöfen gibt es eh nicht viel anderes zu tun, und so kurz vor einer Prüfung wird auch der letzte etwas Nervös.
jujo 16.02.2016
2. ...
Hört sich gut an, was ist aber wenn beide Elternteile oder der Elternteil um 8h pünktlich am Arbeitsplatz sein muss. was macht der Grundschüler dann? Ich glaube nicht, das es viele Eltern gibt die Ihr Kind in der Zeit alleine lassen und unbegleitet auf dem Schulweg lässt.
spon-facebook-10000228292 16.02.2016
3. Studien über Studien
nur ändert sich nichts. Studien haben belegt, dass wenn die Schule erst um 09:00 statt um 08:00 beginnt, dass der Notendurchschnitt aller Schüler signifikant besser wird. Studien haben belegt, dass ein Klasse mit 20 Schülern einen besseren Notenduchschnitt hat, als eine Klasse mit 30 Schülern. Jetzt wieder eine Studie. Nur leider sind unsere Bundesländer nicht in der Lage was zu ändern. Ich gehe mal davon aus, dass es am Geld liegt. Und hey, sind doch nur Kinder und die sind nicht Systemrelevant genug.
pekaef 16.02.2016
4. Kann mich gut erinnern
Die erste Schulstunde war für mich immer vollständig zum Vergessen. Idiotisch. Körperliche Anwesenheit, geistige Abwesenheit. Dabei war ich immer ein guter Schüler.
hikage 16.02.2016
5.
Zitat von jujoHört sich gut an, was ist aber wenn beide Elternteile oder der Elternteil um 8h pünktlich am Arbeitsplatz sein muss. was macht der Grundschüler dann? Ich glaube nicht, das es viele Eltern gibt die Ihr Kind in der Zeit alleine lassen und unbegleitet auf dem Schulweg lässt.
Wenn ihre Kinder als Jugendliche noch zur Grundschule gehen, läuft doch ohnehin mehr falsch als nur der miserable Arbeitsplatz. Letztlich läuft die Frage immer wieder darauf hinaus, wie wichtig unsere Kinder wirklich sind. Angesichts permanenter Folter kann die Antwort drauf nur lauten: Offensichtlich nicht sehr.
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