EuGH-Urteil Schüler müssen aufpassen, wenn sie Bilder aus dem Netz kopieren

Schüler kopieren täglich Fotos aus dem Internet, etwa für Referate oder Plakate. Wenn die danach veröffentlicht werden, kann das Ärger geben. Über solch einen Fall aus Waltrop urteilte nun der Europäische Gerichtshof.

Schüler mit Handy (Symbolbild)
DPA

Schüler mit Handy (Symbolbild)


Auch Schüler und Schulen dürfen im Internet frei zugängliche Bilder nicht ohne Einwilligung des Fotografen für Referate nutzen, die sie dann online veröffentlichen.

Generell stelle fast jede Nutzung eines Werks durch einen Dritten ohne vorherige Zustimmung eine Verletzung des Urheberrechts dar, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag. Ausnahmen könnten gelten, wenn Bilder zum Beispiel nur gestreamt werden.

Es spiele keine Rolle, ob das Werk von einer anderen Internetseite problemlos herunterzuladen sei oder nicht, teilte das Gericht mit. Auch dass eine Schülerin das Bild heruntergeladen hatte und dass die Schule damit keine Gewinne erzielen wollte, sei irrelevant.

Hintergrund des Urteils war ein Streitfall aus Deutschland: Ein Berufsfotograf hatte das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Waltrop auf Unterlassung und 400 Euro Schadenersatz verklagt, weil auf der Internetseite der Gesamtschule Waltrop ein von ihm aufgenommenes Foto der spanischen Stadt Córdoba erschien.

Eine Schülerin hatte das Bild von der Seite eines Online-Reisemagazins kopiert, wo es ohne Angaben zum Urheber stand. Der Fotograf argumentierte, er habe nur dem Reisemagazin ein einfaches Nutzungsrecht überlassen. Die Nutzung auf der Schulwebseite ohne seine Zustimmung verletze seine Rechte. Unproblematisch wäre es gewesen, wenn die Schule lediglich auf die Seite des Reisemagazins verlinkt hätte.

Zur Klärung des Falls hatte der Bundesgerichtshof den EuGH um Auslegung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie gebeten. Der BGH dürfte nun im Sinne des Fotografen entscheiden.

lov/dpa



insgesamt 142 Beiträge
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halihalo52 08.08.2018
1.
Nun denn, dieser Mann scheint ziemlich klamm zu sein, wenn er Schülern so ein Bild nicht gönnt. Schliesslich machen die damit ja kein Geschäft, wenn sie das Bild auf der Schulwebsite einstellen. Wen wundert es, wenn die Menschen immer weiter Staats- und Politikverdrossen werden.
Hofa05 08.08.2018
2.
Das nenne ich jetzt mal jammern auf höchsten Niveau. Wegen eines Bildes, das auf einer Schulwebsite erscheint, wird so ein Fass aufgemacht. Ich könnte das durchaus verstehen, wenn sich jemand ungefragt mit dem fremden Bild bereichern wollte. Das war hier ja nicht der Fall. Man kann es wirklich übertreiben.
Crom 08.08.2018
3.
"Unproblematisch wäre es gewesen, wenn die Schule lediglich auf die Seite des Reisemagazins verlinkt hätte." Was ist hier mit verlinkt gemeint? Würde auch ein Direktlink auf das Foto statthaft sein?
rt2323 08.08.2018
4. Großartig
Tolle Verschwendung von Steuergeld! Die Abmahnindustie ist sich für nichts zu schade.
BeethovenBonn 08.08.2018
5. Übertrieben
Es hätte in diesem speziellen Fall wohl auch gereicht, die Schule aufzufordern, das Bild zu enfernen, oder es nachträglich zu lizensieren, oder sie zu Bitten, den Urheber zu nennen.
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