Schüler zeigen ihre Apps "E-Mails schreiben nur alte Menschen"

Lilly verschickt 60 WhatsApp-Nachrichten am Tag, und für Julian ist Facebook eine riesige Zeitung. Wenn Jugendliche ihre Handys nutzen, können Ältere nur staunen.

Schüler des Gymnasiums Bondenwald in Hamburg
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Schüler des Gymnasiums Bondenwald in Hamburg


"Pokémon Go" ist die Handy-App der Stunde. Die virtuelle Monsterjagd in der echten Welt begeistert weltweit Tausende Jugendliche, US-Kardiologen jubeln schon: Endlich haben sogar Bewegungsmuffel Spaß am Laufen.

Aber was haben Jugendliche sonst noch so auf dem Handy? Schüler der Klassen 7 bis 10 eines Hamburger Gymnasiums haben uns die Bildschirme ihrer Smartphones gezeigt und berichtet, auf welche Apps sie nicht mehr verzichten möchten - außer "Pokémon Go".

Nur einer der zehn hat ein E-Mail-Programm installiert. "Das ist im Prinzip das Gleiche wie WhatsApp", so seine Erklärung dazu. E-Mails schreibe eigentlich niemand in seinem Alter, und er auch nur, "um mit Älteren zu kommunizieren".

Sehen Sie hier die Screenshots der Handy-Bildschirme von Denise, Lilly, Julian und Luca.

Smartphone-Verbot auf Klassenfahrt: "12.000 Nachrichten auf meinem Handy - völlig verrückt"
  • Fabienne Kinzelmann
    Auf Klassenfahrt einen Gletscher besteigen und dann nicht mal ein Selfie posten - gibt es etwas Grausameres für Schüler? Schweizer Jugendliche haben den kollektiven Handyverzicht geprobt.
  • Hier sind ihre Entzugserscheinungen.

vet

insgesamt 94 Beiträge
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globaluser 25.07.2016
1. Wir schaffen alles
Heute wird halt im Unterricht Musik gehört, ok, auch wir haben mal im Unterricht Karten gespielt, nur ERLAUBT war es nicht.
DirkSt 25.07.2016
2. Abgesang auf die E-Mail?
Wo immer es um die Kommunikationsgewohnheiten junger Leute oder der Gesellschaft allgemein geht, wird so getan, als wäre die E-Mail "von gestern". Nein, das ist nicht so. Wer im beruflichen Alltag steht, kann ja mal versuchen, Leute auf professionellem Niveau über WhatsApp & Co. zu erreichen. Anders als etwa Tageszeitungen, die wohl tatsächlich bald nur noch ein Nischenprodukt für eine Elite sind, wird E-Mail wohl eines der wichtigsten Kommunikationsmittel auf beruflicher Ebene bleiben. Zumindest hat es sich jetzt schon 25 Jahre als solide erwiesen - wer weiß schon, ob all die Anbieter wie WhatsApp & Co. in wenigen Jahren noch existieren? Und selbst das "old-school"-Facebook scheint mir im beruflichen Kontext nur sehr bedingt geeignet.
elizar 25.07.2016
3. Juhuu !!
Dann bin ich jetzt wohl mit Ü30 offiziell alt. Mei wird das ein Spaß, wenn diese Jugendlichen sich mal später im Erwachsenenleben an die Behörden wenden müssen. :)
phrasenmaeher 25.07.2016
4. Als alter Mensch...
... habe ich auf meinem Smartphone dennoch Monument Valley installiert. Verrückt, was? Ich kenne sogar sämtliche erwähnten Apps und nutze WhatsApp selbst, nachdem Threema, Telegram und Co. Null Verbreitung gefunden haben. Und solange Denise den ganzen Tag nicht damit verbringt, ihre 1100 WhatsApp-Kontakte mit mehr oder weniger sinnvollen Mitteilungen bei Laune halten zu wollen, ist doch alles okay? Interessant wäre allerdings zu wissen, ob sich von den Jugendlichen auch jemand für die Funktionsweise der Apps und deren Programmierung interessiert, oder ob sie als typische User einfach nur offline sind, wenn jemand den Stecker zieht? Und: Greifen sie in einem solchen Fall zum Äußersten und sprechen miteinander?
ksail 25.07.2016
5. email nur als Kontakt zu Älteren :-)
Das gefällt mir...Vorrecht der Jugend... Daran merkt man halt, dass Kommunikation in dem Alter vor allem unbekümmerten Kontakt zu Gleichaltrigen bedeutet und formalisierte berufliche oder behördliche Kommunikation noch keine Rolle spielt. Ändert sich spätestens bei der ersten Bewerbung oder dem Kontakt mit dem Uni-Prüfungsamt
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