Streit an US-Schule Trump-Slogan verschwindet aus Jahrbuch

Wer hat Trumps Namen von ihren T-Shirts wegretuschiert? Zwei Schüler in den USA verdächtigen ihre Highschool, ihre Fotos im Jahrbuch manipuliert zu haben. Die Schulbehörde reagiert bestürzt.

Schüler der Wall Township High School mit und ohne Trump-Slogan auf seinem T-Shirt
Wall Township High School/Wyatt Dobrovich-Fago

Schüler der Wall Township High School mit und ohne Trump-Slogan auf seinem T-Shirt


Als der 17-jährige Grant aus dem US-Bundesstaat New Jersey in der vergangenen Woche das Jahrbuch seiner Schule aufschlug, sei er überrascht gewesen, sagt er. Der Schriftzug "Trump - Make America Great Again" sei von seinem schwarzen T-Shirt verschwunden gewesen.

Diese "Zensur" habe er "irgendwie dumm" gefunden, sagte Grant dem regionalen Nachrichtenportal NJ.com. "Er ist der Präsident der Vereinigten Staaten, was ist daran denn anstößig?"

Grant und seine Familie glauben laut mehrerer US-Medienberichte, dass die Wall Township High School in New Jersey, die Grant besucht, den Schriftzug wegretuschiert habe. Das Foto sei im vergangenen Herbst aufgenommen worden, berichtet CNN. Die Familie habe es im November für das Jahrbuch freigegeben, da sei das Bild noch unverändert gewesen.

"Ich will, dass die Jahrbücher neu aufgelegt werden", zitiert CNN Grants Vater. "Es geht hier um die Redefreiheit."

Weiterer Jahrbucheintrag mit offenbar manipuliertem Foto
Wall Township High School/Wyatt Dobrovich-Fago

Weiterer Jahrbucheintrag mit offenbar manipuliertem Foto

Auf der Brust eines weiteren Jungen aus der Schule fehlt mehreren Berichten zufolge ebenfalls ein Trump-Slogan. Der Bildausschnitt wurde so verändert, dass der Schriftzug nicht mehr zu sehen war. Die Schwester des abgebildeten Schülers habe außerdem ein Zitat von Trump unter ihr Foto setzen wollen. Das sei aber nicht gedruckt worden, schreibt CNN.

Die Schulaufsichtsbehörde verschickte dazu am Wochenende einen Elternbrief, aus dem mehrere Medien zitieren. Darin heißt es: "Zwei Eltern haben mich darauf aufmerksam gemacht (...), dass die Kleidung ihrer Kinder verändert wurde."

Die Leitung der Highschool sei nicht informiert gewesen und unterstütze keine politische Zensur unter ihren Schülern, schreibt Schulaufseherin Cheryl Dyer. "Im Dresscode steht nichts, was unsere Schüler davon abhalten würde, ihre politischen Ansichten zu zeigen."

Wenn die Ermittlungen abgeschlossen seien, wolle man Schritte gegen beteiligte Mitarbeiter der Schule unternehmen.

lov

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