Appell von drei Wissenschaftlern Entrümpelt die Lehrpläne!

Kinder werden in der Schule nicht auf die Zukunft vorbereitet - sondern lernen, was gestern wichtig war. Davon sind drei renommierte Wissenschaftler überzeugt. Sie fordern: "Wenn Neues hinzukommen soll, muss anderes gestrichen werden"

DPA


Mit Lesen, Schreiben, Rechnen ist es schon lange nicht mehr getan. Schulen bekommen immer mehr Aufgaben, Lehrpläne sind mittlerweile mehrere hundert Seiten lang. Das ist zu viel, meinen Julian Nida-Rümelin, Manfred Prenzel und Klaus Zierer.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 27/2018
Fußball, Politik, Wirtschaft

Die drei renommierten Wissenschaftler fordern, die Stofffülle in den Lehrplänen für deutsche Schulen drastisch zu reduzieren. "Schülerinnen und Schüler können nicht unendlich viel lernen", schreiben sie in einem Gastbeitrag im SPIEGEL. "Wenn Neues hinzukommen soll, muss anderes aus den Lehrplänen gestrichen werden." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Anstatt "trägem Wissen" zu folgen, gelte es, "praktische, kreative und ethische Fragen für den Unterricht wiederzuentdecken" und "Mut zur Lücke" zu beweisen, schreiben die drei Hochschullehrer. Sie kritisieren: "Aktuelle Lehrpläne bereiten nicht auf das vor, was wir heute schon wissen - und auch nicht auf das, was wir heute nicht wissen können. Sie bereiten auf das vor, was gestern wichtig war."

Der ehemalige Kulturstaatsminister Nida-Rümelin, 63, lehrt Philosophie an der Ludwig- Maximilians-Universität München. Der Bildungsforscher Prenzel, 66, inzwischen an der Universität Wien tätig, leitete die deutsche Pisa-Studie und den Wissenschaftsrat. Zierer, 42, ist Professor für Schulpädagogik an der Universität Augsburg.

Lesen Sie hier den kompletten Gastbeitrag.



insgesamt 147 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fht 30.06.2018
1. Auffällig ist,
dass keiner der drei einen wirklichen MINT-Hintergrund hat.
ishiko 30.06.2018
2. Aber bitte mit Bedacht!
Die Forderung nach Entrümpelung ist mit Sicherheit gerechtfertigt. Doch Vorsicht, am Ende werden Dinge in Lehrplänen gestrichen von Personen, die mit dem Schulfach (!) selbst das letzte Mal in ihrer eigenen Schulzeit zu tun hatten. Was das bedeutet, kann jeder auf den eigenes Tätigkeitsfeld übertragen. Aber eines erscheint mir viel wichtiger als das rumwerkeln an RLP, das Umdenken von Unterricht in Deutschland allgemein. Wir müssen verstehen, dass Unterricht in einer komplexen Welt wie der unseren auch nur mit einem komplexen Ansatz langfristig effektiv funktioniert. Die Finnen machen es vor: Projekt- und fächerübergreifender Unterricht! Bedeutet viel Teamplay unter den Lehrern und Engagement bei den Schülern, ist dann aber im Sinne eines kompetenzorientierten Unterrichts die wohl einzige wirkliche Lösung.
FrederikMore 30.06.2018
3. Überfrachtete Lehrpläne?
Ausgehend von der Kurzfassung des Artikels, die SPON bietet (in der Annahme also, dass hier die Aussagen der drei Hochschulprofessoren korrekt zusammengefasst sind): Die Lehrpläne sind längst entrümpelt. An die Stelle der herkömmlichen Lehrpläne rückten die Kerncurricula, in denen auf hunderten von Seiten zu erwerbende Kompetenzen beschrieben werden. Inhalte haben den Charakter des Beliebigen bekommen. Ob es das nun bringt?
Nordstadtbewohner 30.06.2018
4. Ohne Grundlagen läuft nichts
"Mit Lesen, Schreiben, Rechnen ist es schon lange nicht mehr getan." Das mag sein, aber selbst diese Grundlagen werden in der Schule schon nicht mehr ausreichend vermittelt. Das belegen doch selbst Zahlen und Ergebnisse aus Studien, dass nach Verlasen der Grundschule kaum ausreichende Deutsch- und Englisch-Kenntnisse vorhanden sind und die 4 Grundrechenarten nicht beherrscht werden. Eigentlich nichts wirklich Neues. Nur wenn Grundlagen es schon an den Grundlagen mangelt, braucht man von einer Umstellung der Lehrinhalte erst gar nicht anfangen. Ein Spon-Artikel mit verwiesener Studie brachten es vor einiger Zeit schon auf den Punkt. Viele Schüler durchlaufen die "Institution Schule" und zwar häufig mit Schulabschluss. Ein Garant dafür, dass diese dann auch Lesen, Schreiben und Rechnen könnten, sei dies aber nicht. Das sagt eigentlich alles. Zum Glück muss ich mir diesbezüglich keine Gedanken um meine Kinder machen. Die gehen auf eine Schule in freier Trägerschaft, die Schulgeld erhebt. Dort lernen sie das, was man für einen weiteren erfolgreichen Lebensweg braucht. Lernhemmnisse jeglicher Art sind dort nicht vorhanden.
fd53 30.06.2018
5. Sie Verursacher fordern nun Änderungen
2 der Forderer haben die Probleme an den deutschen Schulen als Verantwortliche in obersten Positionen unfähig zu richtigen Entscheidungen und nur fähig zu mehr Chaos in der Bildungspolitik mit verursacht und mit zu verantworten. Und der Dritte gehört bereits zur berüchtigten Generation "D" (Siehe Bonner/Weis) und er ist nichts weiter als ein typischer Vertreter der absolut skrupellosen, aber extrem geltungsbedürftigen und machtgeilen Typen der Generation D. Diese 3 Typen plädieren ganz einfach für noch weniger deutsche Denker und Dichter als Maßstab für die heranwachsende Generation und für mehr "Superstar", Teblerone-Dreieck-Schönheit, Anlagebetrüger und Arschblasen als geistigen Maßstab für die Zukunft. Und für eine Orientierung an Reiseblogger als den ultimativen Zukunftsjob. Pfui Deibel - kann ich dazu nur sagen. Und wer die Vergangenheit nicht kennt und nicht begreift, der kann auch das aktuelle Geschehen nicht richtig deuten und schon gar nicht die Zukunft mitgestalten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.