Lehrerstreik in der Slowakei Hunderte Schulen bleiben geschlossen

In der Slowakei kämpfen Tausende Lehrer für höhere Gehälter. Vor den nächsten Wahlen will die Regierung jedoch keine Zugeständnisse machen. Stattdessen sollen streikbereite Pädagogen unter Druck gesetzt worden sein.


Mehr als 11.000 slowakische Lehrer aus über 700 Schulen haben ihre Arbeit für unbefristete Zeit niedergelegt. Die Lehrervertreter fordern nicht nur höhere Gehälter für sich selbst, sondern auch mehr Geld für die Ausstattung der Schulen. In der Hauptstadt Bratislava versammelten sich gegen Mittag nach Medienschätzungen etwa 2000 Pädagogen zu einer Protestkundgebung.

Die sozialdemokratische Alleinregierung von Ministerpräsident Robert Fico, zu der auch Bildungsminister Draxler gehört, will bei der Parlamentswahl am 5. März ihre absolute Mehrheit verteidigen. Sie lehnt Zugeständnisse an die Lehrer vor der Wahl ab.

Zu den Protesten aufgerufen hat die parteiunabhängige "Initiative slowakischer Lehrer" ISU. Die Initiative beklagte, dass streikbereite Lehrer eingeschüchtert und schikaniert würden.

Das Anfangsgehalt slowakischer Lehrer liegt bei nur 650 Euro brutto pro Monat. Auch mit Zusatzqualifikationen steigt es nach mehrjähriger Tätigkeit kaum über 1000 Euro. Zudem beklagen die Lehrer, dass sie ihre Unterrichtsmaterialien zum Teil selbst organisieren müssten, weil die Schulen nicht ausreichend damit versorgt seien.

asc/dpa/AP

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