Spielzeug im Flüchtlingslager Schau mal, ich hab eine Rasierklinge

Sie haben alles verloren, zum Spielen bleibt ihnen nur, was sie auf dem Boden finden: Kinder muslimischer Rohingya-Flüchtlinge haben einem Fotografen ihre Schätze gezeigt.

AFP

Ein Elfjähriger sitzt inmitten von rund 30 anderen Kindern und malt. Er malt viel, seit er vor gut zwei Monaten im Flüchtlingslager ankam. Seine ersten Bilder zeigten schießende Soldaten, brennende Häuser und im Fluss treibende Leichen. Inzwischen zeichnet er meist das, was er im Lager so sieht, zum Beispiel Laster mit Hilfsgütern.

In den Rohingya-Flüchtlingslagern in Südbangladesch sind überall Kinder - manche spielen in den engen Gassen zwischen den Hütten, andere schleppen Brennholz auf ihren Köpfen, und einige sitzen einfach in der Gegend herum. Hier sind sie in der Überzahl. Hilfsorganisationen schätzen, dass rund 60 Prozent der Rohingya-Flüchtlinge Kinder sind.

Ihre Eltern sind oft traumatisiert und können ihnen wenig dabei helfen, die Gewalt, die sie in ihrer Heimat Burma erlebt haben, zu verarbeiten. Viele schaffen es noch nicht mal, ihnen ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Hilfsorganisationen betreiben deshalb in den Camps "kinderfreundliche Orte". Hier können die Kleinen für ein paar Stunden am Tag einfach Kinder sein. Ihnen werden Geschichten vorgelesen, sie spielen Fußball, malen oder singen.

In den Gassen erobern sich die Kleinen aber auch selbst ein Stück ihrer Kindheit zurück - indem sie alles, was sie finden, zu Spielzeug machen. Ed Jones von der Nachrichtenagentur AFP hat ihre Schätze fotografiert:

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14  Bilder
Rohingya-Flüchtlingskinder: Eine Hand voll

sun/dpa



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