Sprengsatzbau an Waldorfschule Lehrer zeigt Mutter an

Der Streit an einer Lübecker Waldorfschule geht in die nächste Runde: Eine Mutter warf dem Lehrer ihres Sohnes vor, er würde mit den Kindern Rohrbomben basteln. Jetzt hat der Pädagoge die Frau angezeigt.

Waldorfschule in Lübeck: Und es hat Bumm gemacht
Holger Kröger

Waldorfschule in Lübeck: Und es hat Bumm gemacht


In dem Rechtsstreit zwischen einem Waldorf-Lehrer in Lübeck, dem vorgeworfen wurde, mit seinen Schülern Rohrbomben gebastelt zu haben, und der Mutter eines Schülers hat der Pädagoge Anzeige erstattet und eine einstweilige Verfügung erwirkt: Bis zum Ende des Verfahrens darf die Frau einige Vorwürfe nicht mehr öffentlich wiederholen - zum Beispiel, dass der Lehrer mehrfach Knallkörper mit seinen Schülern gezündet habe.

Der Streit schwelt seit Jahren, war aber erst im Januar bekannt geworden, nachdem die "Lübecker Nachrichten" darüber berichtet hatten. Die Mutter hatte dem Mann vorgeworfen, mit seinen Schülern "Rohrbomben" gebastelt und in der nahegelegenen Palinger Heide gezündet zu haben. Der Anwalt des Lehrers sprach von der "Größe eines Chinaböllers" und von einem einmaligen Vorgang, für den sein Mandant bereits abgemahnt worden sei. Aus Sicht des Lehrers sei die Sache damit erledigt gewesen. Doch die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein und ermittelt nun wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

Die Mutter Ulrike N. soll bei der Staatsanwaltschaft noch weitere Vorwürfe vorgebracht haben: So habe der Lehrer etwa Schüler gezielt eingeschüchtert und bei einem Gasversuch einem Mädchen die Haare versengt haben. Daraufhin habe sich sein Mandat entschlossen, die Frau wegen übler Nachrede anzuzeigen, sagt der Anwalt des Lehrers. Es würden ungefiltert die Äußerungen eines Kindes zu Tatsachenbehauptungen gemacht.

Die Mutter hat das Gefühl, ihr sei der Mund verboten worden. Sie sei einfach nur besorgt um ihren Sohn. Die Schulleitung will zu dem laufenden Verfahren nichts sagen. Vor wenigen Wochen zitierten die "Lübecker Nachrichten" den Geschäftsführer des Schulträgers lediglich mit den Worten, der Lehrer genieße aber "weiterhin das Vertrauen des Vorstandes, der Schulführungskonferenz und der Elternschaft".

otr

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Seite 1
person012 06.02.2012
1.
Zitat von sysopDer Streit an einer Lübecker Waldorfschule geht in die nächste Runde: Eine Mutter warf dem Lehrer ihres Sohnes vor, er würde mit den Kindern Rohrbomben basteln. Jetzt hat der Pädagoge die Frau angezeigt. Sprengsatzbau an Waldorfschule: Lehrer zeigt Mutter an - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL (http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,813562,00.html)
Eigentlich gehe ich ja in Foren nicht auf Fehler ein, aber hier fällt doch auf, dass z.B. gleich zweimal "Mandat" statt Mandant geschrieben wurde. Und so lang ist der Text nicht. Kennt sich der Verfasser nicht so richtig mit den Ausdrücken aus, die er verwendet?
Atheist_Crusader 06.02.2012
2.
Tja, das mit dem Anzeigen funktioniert nunmal in beide Richtungen :D Ich habe da nur begrenzt Mitleid mit der Mutter. Sie hat alle Register gezogen um den "Bombenbastler" zu stoppen - dem Sohn Gesetzestexte mitgegeben, Beschwerden an die Schulbehörde geschrieben, einen Anwalt eingeschaltet - nur mal direkt mit dem Lehrer geredet, das hat sie nicht. Lehrer die tatsächlich ihre Schüler gefährden, müssen auf jeden Fall aus dem Verkehr gezogen werden. Aber Eltern, die wegen jedem Mist mit dem Anwalt drohen, sind noch weit schlimmer. Sie schädigen nicht nur ein paar Schüler, sondern das ganze System. In Ländern mit eine reichen Klage"kultur" wie den USA traut sich schon kein Lehrer mehr, einen Schüler trotz erwiesener Dummheit/Faulheit sitzenbleiben zu lassen. DAS richtet so ein Mist an.
Layer_8 06.02.2012
3. Das...
Zitat von sysopDer Streit an einer Lübecker Waldorfschule geht in die nächste Runde: Eine Mutter warf dem Lehrer ihres Sohnes vor, er würde mit den Kindern Rohrbomben basteln. Jetzt hat der Pädagoge die Frau angezeigt. Sprengsatzbau an Waldorfschule: Lehrer zeigt Mutter an - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL (http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,813562,00.html)
...war doch nur praktischer Chemieunterricht. Mein allererstes chemisches Experiment war mal die Herstellung von Zinksulfid. Ich hab die richtige Mischung wohl intuitiv gefunden. Zinkpulver und Schwefelpulver zusammenschütten, dann mit dem Bunsenbrenner drauf. Mann, war das ein Spektakel! Ich bin da richtig angesengt worden. Da war ich 12. Kurz darauf hatten wir mal Magnesiumpulver in unserer Schule geklaut. Vorsichtig anzünden und wenns brennt dann draufpinkeln. Das war auch lustig. Mann, 'Rohrbomben', lol. Da ist doch nur ne hypersensible Glucke egomanisch am Werk
DerNachfrager 06.02.2012
4.
Mit welchen Medikamenten stellt die Dame ihr Kind eigentlich an Sylvester ruhig, damit es durch die Knallerei nicht geschädigt oder gar in Versuchung geführt wird ?
martinherwartz 06.02.2012
5. Gaaanz ruhig bleiben.
"Die Mutter hat das Gefühl, ihr sei der Mund verboten worden." Ja. Das ist der Sinn einer einstweiligen Verfügung. Könnte ihr Rechtsanwalt ihr erklären.
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