Studie Angehende Lehrer lernen zu wenig über Ganztagsschulen

Zwei von drei deutschen Schulen bieten inzwischen Ganztagsangebote an. Die meisten Lehramtsstudenten sind nicht ausreichend darauf vorbereitet, warnen Experten.

Lehramtsstudenten in Hildesheim
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Lehramtsstudenten in Hildesheim


Im Berufsalltag vieler Lehrkräfte ist die Ganztagsschule inzwischen Realität. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Die Lehrer müssen beispielsweise häufig mit anderen pädagogischen Berufsgruppen kooperieren.

Darauf werden Lehramtsstudenten derzeit allerdings nicht ausreichend vorbereitet, wie der aktuelle Monitor für Lehrerbildung zeigt. 69 Hochschulen und die Bundesländer haben sich an der Befragung beteiligt.

Demnach boten zwei Drittel aller Schulen in Deutschland im vergangenen Schuljahr Ganztagsangebote an. In der Lehrerausbildung an den Hochschulen spielt Ganztagsunterricht aber kaum eine Rolle.

Nur an jeder dritten Hochschule sind Kurse verpflichtend, in denen die angehenden Lehrer lernen, wie sie Ganztagsunterricht gestalten und organisieren können. Das gelte für alle Lehramtstypen, ob angehender Grundschul- oder Gymnasiallehrer.

"Die Lehramtsstudierenden von heute werden später mehrheitlich an einer Ganztagsschule unterrichten", sagt Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung, die an der Studie beteiligt war. Er fordert deshalb bereits im Studium gezielte Angebote zum Thema Ganztag.

In den Kursen müsse es darum gehen, wie die angehenden Lehrer erfolgreich mit anderen Lehrkräften zusammenarbeiten können. Denn am Nachmittag übernehmen häufig Sozialpädagogen, Honorarkräfte oder Ehrenamtliche die Betreuung der Schüler.

Die Forscher sprechen sich deshalb dafür aus, gemeinsame Lehrangebote und Prüfungen für Studierende verschiedener pädagogischer Berufe anzubieten. Dadurch könnten angehende Sozial- und Sonderpädagogen, Psychologen und Lehrer Kompetenzen austauschen und lernen, sich gegenseitig wertzuschätzen. Davon könnten alle im späteren Schulalltag profitieren.

koe



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nihbr 31.05.2017
1.
Lehrkräfte brauchen keine Extra-Ausbildung für den Nachmittag. Am Nachmittag findet nicht einfach nur Betreuung, sondern auch Fachunterricht statt. Lehrkräfte haben alle eine pädagogische Ausbildung und sind auch jetzt schon in der Lage mit Sozialkräften zusammenzuarbeiten. Der Artikel hat eine ideologisch-programmatische Intention. Und zwar so: Lehrkräfte sollen über Ganztag verstärkt unterrichtet oder gar indoktriniert werden, damit sie dann verstärkt für Ganztag eintreten und ihre Schulen durch solche Beschlüsse dazu bringen, auf Ganztag umzustellen. Und dann stellt sich das Wunschbild des Autors und der veröffentlichten linkspolitischen Meinung ein: Ganztag als Beglückung für Alle. Es gibt aber sehr viele Eltern, die keinen Ganztag wollen und für die Aufrechterhaltung von echter Wahlfreiheit sind.
jula75 31.05.2017
2. Was müssen sie denn da lernen?
Es gibt sehr viele Lücken im Lehrerausbildungssystem, und viele Junglehrer merken schnell, was sie so alles nicht in der Ausbildung gelernt haben, aber nun wirklich gut gebrauchen könnten. Was aber ganz sicher nicht dazu gehört, ist Ganztagsgeschäft. Was bitte soll man dafür denn lernen? Weiterführende Ganztagsschulen haben nachmittags schlicht Unterricht. Genau wie vormittags. Anders geht es angesichts der Lehrpläne und Vorgaben auch nicht. Grundschulen kooperieren mit externen Anbietern, und da hängt der Erfolg davon ab, ob die Chemie zwischen den Parteien passt oder nicht.
siebenh 31.05.2017
3. Wie darf man sich das denn vorstellen?
So, liebe Lehramtsstudenten. Hier ist ein echtes Exemplar so genannter Sozialpädagogen. Daneben steht ein Sportlehrer. Sehen Sie sich beide bitte genau von allen Seiten an. Es könnte sein, dass der eine Ihnen bei der Nachmittagsbetreuung helfen wird, der andere Aufsicht am Sportplatz machen wird. Außerdem lernen Sie nächste Woche einen Koch kennen, der das Essen zubereitet. Sie können sich jetzt 20 Minuten mit beiden unterhalten. Versetzen Sie sich in seine Lage. Lernen Sie, mit beiden zusammen zu arbeiten!
Fruusch 31.05.2017
4. ich glaube
der Artikelschreiber hat nicht wirklich verstanden, wie moderner Ganztagsbetrieb aussieht - oder er kommt aus Bayern, wo es so etwas noch nicht gibt. Bei uns ist schlicht und einfach Unterricht von 8.00 bis 16.00 (Oberstufe bis 17.00) angesagt. Bestritten wird diese Zeit zu 99% von uns Lehrkräften, was eine enorme Zusatzbelastung bedeutet, auch wenn das Deputat auf dem Papier natürlich gleich geblieben ist. De facto heißt es aber, dass wir fürs gleiche Geld deutlich länger arbeiten müssen, da unsere Stundenpläne immer mehr zerfleddert werden und einzelne Freistunden zwischendrin kaum zur Vorbereitung des nächsten Tages genutzt werden können, so dass man damit meist erst abends beginnen kann. Kommt diese Tatsache dann auch im geforderten neuen Uni-Seminar vor? Natürlich hat Nachmittagsunterricht seine ganz eigenen Anforderungen an Lehrer und Schüler. Dass man auf der Uni aber nicht auf die Lebensrealität im beruflichen Alltag eines Lehrers vorbereitet wird, ist seit vielen Jahrzehnten Dauerthema, geändert hat sich bisher kaum etwas daran. Man lernt halt irgendwie durch Ausprobieren, wie man mit 6. Klässlern, die völlig ausgepumpt aus dem Sportunterricht kommen, nachmittags um 15.30 Uhr noch Mathematik, Englisch oder Französisch machen kann...
BlackRainbow666 31.05.2017
5. der Heilsbringer
Über Ganztagsschulen muss vor allem gelernt werden, dass sie abgeschafft werden müssen - nicht die Möglichkeit zur längeren Betreuung in der Schule, aber die flächendeckende Selbstverständlichkeit, damit schön beide Eltern arbeiten gehen müssen, damit die Bezahlung soweit sinkt, dass zwei halbe oder ein ganzer Job nicht mehr reichen. Wenn die armen verwirrten Kinder vor lauter Langeweile nicht mehr wissen was sie tun sollen außer sich Smartphone-ADHS zu holen, muss nicht die Schule einspringen, sondern Freizeitgestaltung. Familie, Spiel, Sportvereine, alles Wichtige kann organisiert werden, ohne staatliche Gleichschaltungsverwahrung in der Ganztagsschule. Die wenigen guten Ganztagsschulen, die es irgendwie mit zu wenig Geld hinkriegen, den Kindern gute Angebote zu machen und eine funktionierende Gemeinschaft zu erzeugen, mögen mir verzeihen.
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