Musikunterricht für Schüler Geld macht Musik

Fast jeder dritte Jugendliche macht aktiv Musik. Allerdings beeinflussen vor allem Einkommen und Bildungsstand der Eltern, ob ihre Kinder im Chor singen oder ein Instrument lernen können.

Gymnasiasten beim Musikunterricht
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Gymnasiasten beim Musikunterricht


Gymnasiasten fangen im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen, die auf andere Schulen gehen, bereits mit acht anstatt mit zehn Jahren damit an, zu musizieren. Sie engagieren sich häufiger im Chor oder im Orchester der Schule und erhalten deutlich häufiger bezahlten zusätzlichen Musikunterricht, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt. Bei Jugendlichen, die nicht auf ein Gymnasium gehen, sinken die Chancen, aktiv Musik zu machen, um 50 Prozent.

Doch nicht nur die Schulform hat laut der Studie einen Einfluss darauf, ob Kinder aktiv Musik machen, sondern auch das Einkommen und der Bildungsstand der Eltern. Hat der Vater Abitur, verdoppelt sich laut der am Montag vorgestellten Studie die Wahrscheinlichkeit, dass sein Kind ein Instrument spielt oder singt.

Insgesamt machen zwar immer mehr Jugendliche aktiv Musik, etwa 30 Prozent aller 17-Jährigen in Deutschland, das sind elf Prozent mehr als im Jahr 2005. Aber an "Jugendlichen aus den einkommensschwächsten Haushalten geht der Aufwärtstrend eher vorbei, während Jugendliche aus Familien mit mittlerem Einkommen verstärkt an bezahltem Musikunterricht teilnehmen", teilt die Stiftung mit.

Die Experten der Bertelsmann-Stiftung fordern daher neue Konzepte, um benachteiligte Kinder und Jugendliche zu erreichen. Es sei wichtig, dass bislang nicht abgerufene Fördermittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung den Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

"Schule und Musikschule müssen gestärkt werden, die soziale Schere zugunsten bildungsbenachteiligter Kinder zu schließen", sagt Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, zum Ergebnis der Studie.

dpa/kha



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