Orkantief "Friederike" Schulunterricht fällt aus oder endet früher

Meteorologen warnen vor heftigen Orkanböen und empfehlen: Im Zweifel lieber zu Hause bleiben. Das gilt auch für Schüler. Sie haben heute in vielen Gegenden Deutschlands keinen oder weniger Unterricht.

Schnee liegt in Clausthal-Zellerfeld im Oberharz vor einer Schule
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Schnee liegt in Clausthal-Zellerfeld im Oberharz vor einer Schule


Schüler in Neuss und in anderen Gegenden Deutschlands durften an diesem Donnerstagmorgen ausnahmsweise im Bett bleiben, denn wegen des Orkantiefs "Friederike" bleiben viele Schulen geschlossen. Andere verkürzten den Unterricht.

In Nordrhein-Westfalen wurden für das ganze Land Unwetterwarnungen ausgegeben. Dort entschieden viele Schulen, aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen zu lassen. Ganz oder teilweise fiel er auch in Teilen von Niedersachsen, Mittelhessen und Oberfranken aus.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass es an diesem Donnerstag in vielen Teilen des Landes Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde geben könnte. Im Harz wird sogar mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern gerechnet. Der Sturm soll am Mittag und Nachmittag seinen Höhepunkt erreichen.

Gefährlich ist aber nicht nur der Sturm, sondern auch die glatten Straßen. Bereits in der Nacht krachte es in Teilen Niedersachsens "im Minutentakt", wie die Polizei mitteilte. In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden.

"Friederike" wird der Vorhersage zufolge in einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen über Nord- und Mittelhessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und am Nachmittag bis nach Sachsen und Südbrandenburg ziehen.

Ob und wann die Schulen ausfallen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Je nach Region entscheiden die Schulleiter, das Ministerium, die örtliche Verwaltung - oder gar die Eltern selbst, ob sie Kinder durch Schnee und Eis zur Schule schicken.

In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen liegt die finale Entscheidung bei den Schulleitern. In Niedersachsen entscheiden die Landkreise, ob ein sicherer Schulweg gewährleistet ist.

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Wetter: Sturmtief "Friederike" zieht über Deutschland

So riet der Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen seinen Schulen dringend, den Unterricht nach der dritten Stunde zu beenden. Im Oberharz fällt die Schule für alle Schüler der Klassen eins bis zehn in den Schulen in Clausthal-Zellerfeld und Braunlage aus, teilte der Landkreis Goslar mit.

In der Stadt Neuss in Nordrhein-Westfalen findet auch kein Unterricht statt. "Die Schulen sind allerdings offen, sodass Kinder, die dennoch dort eintreffen, nicht vor verschlossenen Türen stehen", sagte die zuständige Schuldezernentin.

Die Städte Aachen und Düsseldorf empfahlen ihren Schulen am Morgen, Schüler nach der zweiten Stunde heimzuschicken, sofern sie bis halb elf wieder zu Hause sein können. Wenn das nicht der Fall sei, sollten sie so lang in der Schule betreut werden, bis Entwarnung gegeben werden kann, berichtete unter anderem die "Aachener Zeitung".

In Bayern ist laut Bayerischem Rundfunk ab mittags fast überall in Oberfranken Schulschluss. Betroffen seien jeweils Stadt und Landkreis Bamberg, Bayreuth, Coburg, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und der Landkreis Forchheim. Kinder, deren Eltern am Nachmittag arbeiten müssen, würden in der Schule betreut.

Die Deutsche Bahn warnte ihre Fahrgäste auf ihrer Internetseite: Im Regional- und Fernverkehr seien Beeinträchtigungen möglich. Am Flughafen in München fielen mehrere Flüge aus.

lov/dpa



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