Südkorea Schulessen sorgt für Brechwelle

Spinat, Kartoffelmatsch, Senfeier - Mittagessen in der Schulkantine ist meist nicht besonders lecker. In Südkorea sorgte es glatt für eine Massenvergiftung. 1500 Schüler verbrachten nach ihrem Lunch Tage über der Toilettenschüssel.


Es war das Schweinefleisch, vermuten Behörden. 22 Schulen in der Hauptstadt Seoul und umliegenden Städten sind von der Durchfall- und Brech-Epidemie betroffen. "30 bis 40 Kinder an jeder Schule haben Symptome einer Lebensmittelvergiftung", sagte eine Sprecherin der Stadt Seoul dem "Korea Herald".

Da alle Schulen von ein und demselben Lieferservice - "CJ Food System" – versorgt werden, fiel der Verdacht schnell auf die Firma. Gestern strich das Bildungsministerium deren Menüs von allen Speiseplänen der Region. 70.000 Kinder und Jugendliche müssen nun eine Lunchbox von zu Hause mitbringen, bis der Fall aufgeklärt ist.

"Alle kranken Schüler werden untersucht", versprach das Ministerium. Wenn der Firma nachweislich an den Lebensmittelvergiftungen Schuld sei, werde dem immerhin größten Lieferservice Südkoreas wohl die Lizenz entzogen, berichtete die "Korea Times". Bürgerinitiativen fordern, dass Schulen nicht mehr von privaten, profitorientierten Unternehmen beliefert werden sollten, sondern staatlich. Die Regierung will nach dem Skandal das Essen in allen 10.000 Schulcafeterien des Landes untersuchen.

agö/reuters



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