Schüler nervt im Unterricht ... bis Papa mitkommt

Was tun, wenn das eigene Kind ständig den Klassenkasper macht? Ein Vater aus Texas drohte seinem Sohn, ihn in den Unterricht zu begleiten. Der 17-Jährige nahm das nicht ernst. Ein Fehler.

Vater und Sohn im Physikunterricht
twitter/Molli Howard¿

Vater und Sohn im Physikunterricht


Bradley Howard, 17, aus dem US-Bundesstaat Texas hatte seinem Physiklehrer den letzten Nerv geraubt. Immer wieder quasselte er, störte den Unterricht und machte Faxen. Immer wieder mailte der Lehrer deshalb Bradleys Eltern an, um sich zu beschweren - bis der Vater dem Jungen schließlich eine besondere Strafe androhte.

"Wenn du dich ab jetzt nicht benimmst und dein Lehrer sich wieder hier meldet, werde ich mit in den Unterricht kommen und neben dir sitzen", sagte der Vater, Brad Howard, laut mehreren Medienberichten. Bradley nahm das offenbar nicht besonders ernst - aber der Vater machte seine Drohung wahr.

Als sich der Lehrer wenige Tage später wieder beschwerte, ging Brad Howard noch vor seinem Sohn morgens in die Schule und nahm im Klassenraum am Tisch seines Sohnes Platz. "Zuerst hat er mich nicht gesehen, dann war er geschockt", erzählt der Vater.

Die gesamte Unterrichtsstunde blieb er neben seinem Sohn sitzen. "Seine Mitschüler fanden es großartig, Bradley nicht so sehr", sagt Brad Howard, der noch drei weitere Kinder hat. Um seiner Frau zu zeigen, dass er seine Drohung wirklich wahr gemacht hatte, machte er ein Selfie von sich als Sitznachbar.

Und als wäre all das für Bradley noch nicht peinlich genug, postete seine Schwester Molli das Foto auf Twitter, wo es begeistert geteilt und hundertfach weiterverbreitet wurde.

Brad Howard, der Vater, erntete jedenfalls viele Lorbeeren: "Gut gemacht", hieß es in zahlreichen Kommentaren anderer Eltern. Einige drohten an, die Aktion bei ihren Kindern nachzumachen.

fok



insgesamt 63 Beiträge
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eigene_meinung 12.05.2017
1. Super!
Ich fürchte allerdings, in Deutschland würde der Lehrer das nicht erlauben.
sachfahnder 12.05.2017
2. In Deutschland...
... wäre es gar nicht möglich, dass Elternteile vor dem Schüler in der Klasse Platz nehmen ! Die sitzen doch noch mit in den Shuttles und verstopfen die Straßen rund um die Schulen...
c.PAF 12.05.2017
3.
Cooler Vater. Ich denke, der Sohn wird es nun kapiert haben...
azigomon 12.05.2017
4. Toller Vater!
Das hat er einmal gemacht. Sein Sohn weiß jetzt, dass er bei Fehlverhalten Konsequenzen zu befürchten hat und wird sein Verhalten anpassen - diese Peinlichkeit provoziert ja niemand zweimal. Der Vater dürfte also mit einer - prinzipiell ja sogar ziemlich milden - Strafe einen großen Effekt bewirkt haben. Ob in Deutschland natürlich Eltern überhaupt einsehen würden, dass ihre Kinder den Unterricht schuldhaft stören, ist die andere Frage.
dasdondel 12.05.2017
5. Gewaltanwendung vergesellschaftlichen
Das war hier der Plan des Vaters. Neugeborene Kinder haben noch kein festgelegtes Sozialverhalten. Sie lernen es von Eltern und Lehrern. Nun wurden dem Sohn offensichtlich Verhaltensmuster beigebracht, die nicht mit dem Schulalltag zusammenpassen. Das ist jetzt natürlich ein Problem. Jemand muss bestraft werden. Der Vater kann nicht zugeben, daß er den Sohn "falsch" erzogen hat, sonst gibt es Gerede... die Gesellschaft würde ihn bestrafen. Dem Lehrer geht es ebenso, er kann nicht versagt haben. So bleibt nur der Schüler, als Täter übrig. Er hatte ein gutes Elternhaus und gute Lehrer, beste Chancen. Völlig unverständlich ist daher seine bewusste Entscheidung, diese gute Erziehung zu ignorieren. Er ist böse und muss bestraft werden. Öffentliche Blossstellung, Scham... an den Pranger mit ihm. Mal darüber nachgedacht, daß dieser Schüler nach der Handy Aktion in dieser Stadt niemals eine Freundin finden wird ?
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