Togo Schlechte Schülerinnen müssen Kopf rasieren

Erstaunliche Strafen verhängten Lehrer in Togo: Sie schickten Mädchen mit schlechten Noten zum Frisör und ordneten den Radikalschnitt an. Die Pädagogen fanden, die Mädchen verbrächten zu viel Zeit mit ihren langen Haaren.


Schon vor zwei Wochen hielt der togolesische Bildungsminister eine Gardinenpredigt über bescheidenere Kleidung und moderate Frisuren in der Schule. Daraufhin schickten mehrere Lehrer ihre Schülerinnen zum Frisör, auf das sich die Mädchen in Zukunft mehr für ihre Bücher interessieren.

"Ich bin sauer. Ich möchte meine Haare behalten. Wenn ich sie aber nicht abschneide, darf ich nicht mehr in die Schule", sagte die 17-Jährige Schülerin Tina Djobe gegenüber der BBC. Einige Schülerinnen trauten sich nach der Anweisung nicht mehr in die Schule, weil sie um ihre Haarpracht fürchteten.

"Die Mädchen müssen lernen, ihre Zeit einzuteilen, um gute Leistungen in der Schule zu bringen. Manche von ihnen widmen täglich drei Stunden ihrer Frisur", sagte Madame Olympio, Lehrerin an einer Schule in der Hauptstadt Lome. Viele Afrikanerinnen versuchen in stundenlangen Prozeduren ihre stark gekrausten Haare mit eingeflochtenen Strähnen oder Glätteisen zu bändigen.

Das Bildungsministerium hingegen fühlt sich von der radikalen Anordnung falsch interpretiert. Schülerinnen zu Kurzhaarfrisuren zu zwingen, gehe zu weit.



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