Under Cover

Under Cover Kyle, 21, singt in Schwarzweiß

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Die Musik von Kyle Egret, 21, soll klingen wie ein Bild in seinen Lieblingsfarben: Puristisch, voller Kontraste, beschränkt auf das Wesentliche. Sein Pseudonym soll dafür sorgen, dass sein restliches Leben den Hörer nicht von der Kunst ablenkt. Gemeinsam mit Schülerin Aver, 17, schreibt Kyle Songs für Gesang und Gitarre.

"Kyle und Aver, das sind gar nicht unsere richtigen Namen. Sie sind eine Tarnung, denn ich möchte mein künstlerisches Ich und mein bürgerliches Leben ein wenig trennen. 'Time is my Companion' ist unser vierter gemeinsamer Song. Er handelt von Herbst, Vergänglichkeit und dem Festhalten an alten Zeiten.

Wir wohnen beide in der Nähe von Stade in Niedersachsen, haben uns aber im Internet kennengelernt. Aver macht gerade Abitur und möchte danach Molekularbiologie studieren. Ich studiere am Hamburger Konservatorium und gebe Gitarrenunterricht. Das Instrument begleitet mich seit 16 Jahren, ich habe in Kammermusikprojekten gespielt und auch in einem Chor gesungen.

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Under Cover: Musik wie ein Gemälde
Unsere Musik entsteht ohne fremde Hilfe und ohne fertige Soundbibliotheken aus dem Computer, jeder Klang ist selbst erzeugt. Unser Heimstudio befindet sich an meinem Schreibtisch in meinem Zimmer: Ein Gesangsmikrofon und zwei Mikrofone für Gitarre, ein Mischpult und zwei Monitorboxen. Das Abmischen von über 20 Spuren ist nicht gerade einfach, schließlich bin ich kein Soundtechniker. Bis uns ein Song richtig gefällt, müssen wir viele Abschnitte wiederholen, danach laden wir ihn bei YouTube hoch. In dem Video zu 'Time is my companion' singen wir aber unplugged.
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Under Cover: Der Sound der Jugend

Ich beschäftige mich auch mit Malerei, Grafik, Fotografie und Porzellan. Bilder zeichne ich schon seit zehn Jahren, schon damals habe ich mich auf schwarz und weiß beschränkt. Und wie meine Bilder und mein Porzellan hat auch meine Musik eine künstlerische Dualität - es gibt nur Stimme und Gitarre, sonst nichts. Es hat etwas mit Reinheit zu tun, finde ich: Nichts lenkt in den Bildern vom Wesentlichen, nämlich dem Kontrast, ab, und in unserer Musik gibt es nur Melodie und Ausdruck, keinen verschwommenen Sound mit vielen Samples. Deshalb haben wir auch unser Video und die Fotos in Schwarzweiß aufgenommen.

Ich höre viel Independent, mag aber auch Klassik und Jazz: Elliott Smith, Black Moth Super Rainbow, Portishead, Tobacco, Phillip Boa, Yonderboi, Björk. Ich bewundere es, wenn Musiker unbeeindruckt vom Massengeschmack ihr Ding durchziehen und damit Erfolg haben, auch wenn sie vielleicht nur eine Nische bedienen. Ich hoffe, dass ich das in zehn Jahren auch tun kann.

Am 11. Mai startet am Hamburger Konservatorium eine Ausstellung mit Vernissage und Musik von mir."


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