Unicef-Studie Deutschland bei Bildungsgerechtigkeit nur im Mittelfeld

Platz 23 von 41: Bei der Bildungsgerechtigkeit ist Deutschland laut einer Studie weit von einem Spitzenplatz entfernt. Auch Kinder in reichen Ländern haben also nicht automatisch die gleichen Chancen.

Grundschule in Brandenburg
DPA

Grundschule in Brandenburg


Deutschland steht bei der Bildungsgerechtigkeit im Vergleich zu anderen Industrieländern nur im Mittelfeld. Das ergab eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef, für die das Unicef-Forschungszentrum Innocenti in Florenz 41 Industrieländer verglichen hat.

Die geringste Bildungsungleichheit gibt es demnach in Lettland. Bulgarien und Malta stehen am Ende der Rangliste. Deutschland belege Platz 23 und liege damit im unteren Mittelfeld, hieß es. Das bedeute, dass auch Kinder in reichen Ländern nicht automatisch gleiche Chancen auf gute Bildung hätten.

Für die Studie untersuchten Experten die frühkindliche Förderung, die Grundschulen und weiterführende Schulen. Sie analysierten wie sehr der Beruf der Eltern, ein Migrationshintergrund, das Geschlecht oder die Schulform die Bildungsgerechtigkeit beeinflussen. Die Experten werteten dafür Daten der Europäischen Union und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus.

Bei der frühkindlichen Förderung sind Litauen, Island und Frankreich vorn. Ganz hinten sind die Türkei, die USA und Rumänien - Deutschland ist im Mittelfeld. Bei Grundschulen gibt es demzufolge in den Niederlanden, Lettland und Finnland die größte Chancengleichheit, in Malta, Israel und Neuseeland die geringste. Deutschland liegt im unteren Drittel.

Elternhaus als wichtiger Faktor

Bei 15-Jährigen liegen Lettland, Irland und Spanien vorne, Malta, Bulgarien und Israel hinten. Deutschland liegt im Mittelfeld.

Das Elternhaus erwies sich dabei in allen Ländern als wichtiger Faktor: In 16 der untersuchten europäischen Länder gehen Kinder aus den ärmsten Familien seltener in Kitas als Kinder aus wohlhabenderen Familien.

Jeder vierte Jugendliche aus einer bildungsnahen Familie in Deutschland könne sich demnach vorstellen, eine weiterführende Schule zu besuchen, bei den bildungsferneren Elternhäusern ist es nur jeder siebte - und das bei gleichem Leistungsniveau. Um mehr Bildungsgleichheit zu gewähren, forderte Unicef unter anderem, die frühkindliche Förderung für jedes Kind zu gewährleisten.

jpz/dpa

insgesamt 84 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Broko 30.10.2018
1.
Wie lange wollen die linken Medien eigentlich noch diesem Firlefanz "Bildungsgerechtigkeit" hinterherlaufen? Wann misst denn mal jemand den Leistungswillen deutscher Kinder? Das ist doch die Krux im deutschen Bildungswesen ...
harald441 30.10.2018
2. Wieder eine neues Schlagwort: "Bildungsgerechtigkeit"!
Was ist das? Bildung kann man sich nicht kaufen und danach wie Geld gleichverteilen. Bildung muß erarbeitet werden und man muß den Willen und das Interesse dazu haben, und das wird nunmal aus den Genen über die Erbanlagen weitergegeben. Jeder Lehrer macht die Beobachtung, daß die Noten einer Klassenarbeit einer Gauß'schen Normalverteilung folgen, und zwar IMMER. Unabhängig von der Zusammensetzung der Klasse und der pädagogischen Begabung (oder Nichtbegabung) des unterrichtenden Lehrers. Im übrigen ist keine Demokratie an breiter Massenbildung interessiert, denn dann könnten ja via Wahlverhalten ihre gutdotierten Parlamentssitze gefährdet werden. Dumme Schafe lassen sich leichter in die gewünschte Richtung lenken als gebildete Schafe.
ronald1952 30.10.2018
3. Bildungsgerechtigkeit?
eigentlich sollte es heißen Bildungsungerechtikeit denn etwas anderes gibt es bei uns in Deutschland nicht. Es bleiben zu viele auf der Strecke und niemanden schein es wirklich zu Interessieren schon gar nicht unsere Politiker/innen.Aber genau das wird sich noch bitter Rächen zum Teil schon jetzt aber in der Zukunft Gravierend. Was ich mich schon immer gefragt habe, wieso sind unsere Politiker/innen nicht daran Interessiert unseren Kindern die beste Bildungsmöglichkeiten zu geben die wir Aufbringen können? Wir brauchen dringend Intelligente best Geschulte Menschen in unserem Land.Nur Menschen die wir selbst Schulen lernen auch hier einen Beruf oder Studieren und bleiben hier.Also woran liegt es das unser Schulsystem derart mies ist? schönen Tag noch,
xlabuda 30.10.2018
4. da wird doch nur noch Dünnpfiff verbreitet !
Was zum Teufel ist denn jetzt Bildungsgerechtigkeit und die Schuld liegt im Elternhaus ? Es kommt nur darauf an, wie man Bildung geboten bekommt. Ich habe Bildung immer als HOLSCHULD begriffen und entsprechend gehandelt - aus dieser Perspektive gibt es KEIN BESSERES Land als Deutschland. Wer allerdings Bildung als BRINGSCHULD begreift und darauf wartet, dass diese vom Staat in leckeren Häppchen auf dem BigMac serviert wird, wird es nicht weit bringen - da hätte man die DDR leben lassen.
vegefranz 30.10.2018
5. was für ein Bödsinn
jeder Schüler, der sich auch nur etwas bemüht, kann in Deutschland das Abitur machen. Das gilt insbesondere deshalb, weil die Anforderungen an das Abitur gerade in Problembundesländern wie Bremen oder Berlin sehr niedrig sind
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.