USA Schüler feiern mit lebendigem Tiger ihren Abschluss

In Miami hat die Prom-Party von Highschool-Absolventen zu einem Eklat geführt: Veranstalter hatten einen lebendigen Tiger in einem kleinen Käfig auf die Tanzfläche geholt. Tierschützer sind empört.

Tiger (Archivbild)
AP

Tiger (Archivbild)


In den USA haben Schüler aus Miami ihren Abschluss auf ungewöhnliche Weise gefeiert: Die etwa 400 Absolventen der Christopher Columbus High School, einer privaten katholischen Jungenschule, stellten die Party unter das Motto "Welcome to the Jungle".

Für die Party, für die sie 200 Dollar Eintritt zahlen mussten, wählten sie einen Saal eines Hilton Hotels in Flughafennähe. Es wurden Palmen aufgestellt und unechte Felsen. Doch das reichte offenbar nicht: Es mussten auch wilde Tiere angeschafft werden.

Also sorgte der Veranstalter für einen echten Lemuren und einen Makaken, mit denen sich die Absolventen fotografieren lassen konnten, wie die "Washington Post" berichtet. Zudem konnten die Teenager einen echten Wüstenfuchs untereinander herumreichen. Doch der Veranstalter setzte noch eins drauf: Er ließ einen lebendigen Tiger in einem kleinen Käfig auf die Tanzfläche rollen. Welcher Dienstleister die Tiere organisiert hat, wollte die Schule nicht mitteilen.

Zu lauter Diskomusik musste der Tiger ein Kamera-Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen. Zur gleichen Zeit hielten zwei Künstler in Tigeroutfits eine Feuershow ab. Ein Gast hat die bizarre Szene festgehalten und auf Facebook gepostet. In dem Handyvideo ist zu erkennen, wie der Tiger im Käfig auf und ab läuft und mit dem Schwanz schlägt. Er scheint verstört und aufgeregt - umgeben von schreienden Teenagern.

Familienmitglieder und Tierschützer zeigten sich über das Vorführen des Tigers empört. "Sie dachten das wäre exotisch und würde Spaß machen, eine so arme Kreatur auszunutzen", sagte die Schwester eines Teilnehmers der "Washington Post". Auch der Pressesprecher des Zoos von Miami äußerte sich gegenüber ABC News über den Vorfall. Der Tiger sei auf der Veranstaltung Stress ausgesetzt gewesen.

Der Schulleiter verteidigte die Aktion zunächst. Er sagte, der Tiger sei in einer "kontrollierten, sicheren Umgebung nur für einige Minuten" gezeigt worden. Er habe keine Kunststücke aufführen müssen und war immer in der Nähe seiner Pfleger. Inzwischen entschuldigte er sich dafür, dass die Veranstaltung "einige Menschen verärgert" habe.

Auf der Homepage der Schule heißt es, man bereue die Entscheidung, echte Tiere als Attraktion beim Abschlussball gehabt zu haben. "Wir werden unsere Vorgehensweise beim Planen von Schulveranstaltungen überdenken." Die Schule hätte sehr viel von diesem Vorfall gelernt.

swi



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