USA Gericht lässt Toilettenklage von Transgender-Schüler zu

Weil Gavin Grimm als Mädchen geboren wurde, aber als Junge lebt, sollte er in der Schule eine eigene Toilette nutzen. Er klagte dagegen und hat nun einen wichtigen Etappensieg errungen.

Gavin Grimm
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Gavin Grimm


Gavin Grimm verkniff sich oft stundenlang den Gang zur Schultoilette. Denn als Einziger sollte er ein privates Unisex-Klo benutzen. Eltern hatten sich zuvor beschwert, Grimm könne die Privatsphäre anderer Schüler verletzen, weil er als Mädchen geboren wurde, aber sich wie ein Junge fühlt und auch so lebt.

Grimm fühlte sich diskriminiert und führt deshalb seit Jahren einen Prozess gegen seine Schule, in dem auch US-Präsident Donald Trump eine Rolle spielt. Nun hat ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Virginia Grimms Klage für zulässig erklärt - ein wichtiger Etappensieg für ihn.

"Entschlossen, nicht aufzugeben"

"Ich fühle mich unglaublich erleichtert", sagte Grimm nach der Entscheidung. Er hatte bereits im vergangenen Jahr seinen Schulabschluss gemacht, will aber nun für andere Transgender-Schüler kämpfen. "Ich bin entschlossen, nicht aufzugeben, weil ich nicht will, dass andere Schüler dasselbe erleiden müssen wie ich", sagte Grimm.

Einige Eltern hatten damals die Befürchtung geäußert, es könne zu sexuellen Übergriffen kommen, wenn Grimm die Jungentoilette benutzt. Jungs könnten zudem auf die Idee kommen, sich als Mädchen zu verkleiden, um sich Zugang zu deren Toiletten zu verschaffen. Daraufhin sollte Grimm eine separate Toilette benutzen, die sich im Büro der Krankenschwester der Schule befand.

Die Schule hatte die Entscheidung stets verteidigt und vor Gericht beantragt, die Klage des Ex-Schülers abzulehnen. Bundesrichterin Arenda Wright Allen folgte der Argumentation jedoch nicht und ließ die Klage zu. Sie forderte von den Prozessgegnern, sich binnen 30 Tagen um eine außergerichtliche Einigung zu bemühen.

Es wird jedoch erwartet, dass der Streit mit einem Grundsatzurteil geklärt werden muss, das wiederum angefochten werden könnte. Denn auch US-Präsident Trump hatte sich in den Toilettenstreit eingemischt. Seine Regierung hatte im Februar eine Vorschrift des vorherigen Präsidenten Barack Obama aufgehoben, wonach Transgender-Schüler die Toiletten und Umkleidekabinen für das Geschlecht benutzen dürfen, dem sie sich zugehörig fühlen.

Als Konsequenz aus dieser Entscheidung der Trump-Regierung hatte der Oberste Gerichtshof der USA Grimms Fall im März an eine niedrigere Instanz zurückverwiesen. Grimm ist nicht der einzige Transgender-Schüler, der wegen Toiletten gegen seine Schule vorgeht. Ein Schüler aus Wisconsin hatte ebenfalls geklagt, die zuständige Schulbehörde zahlte ihm daraufhin in einem Vergleich eine Entschädigung von 800.000 Dollar.

koe/AFP

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