Ärger über Rollenbild Mutter textet die Hausaufgabe ihrer Tochter um

"Zurück zur Arbeit" hieß die Hausaufgabe - und stellte arbeitende Mamis als Drama für die Kinder dar. Eine US-Mutter machte das Rollenbild so wütend, dass sie die Geschichte für ihre Tochter umschrieb.

Mutter und Kind (Symbolbild)
Getty Images

Mutter und Kind (Symbolbild)


"Lisa war sehr unglücklich. Ihre Mutter ging zurück zur Arbeit." So beginnt der Lückentext, den die sechs Jahre alte New Yorker Schülerin Hazel als Hausaufgabe mit den richtigen Wörtern füllen soll. Ihre Mutter Lynne Polvino hilft ihr, während sie gleichzeitig das Essen zubereitet und möglichst geduldig die endlosen Fragen ihrer Vierjährigen beantwortet, berichtet sie der NBC-Sendung "Today".

"Ich fühlte mich schon ziemlich am Ende. Und dann las ich die Aufgabe und war von der Rolle", sagte sie "Today".

Was Polvino so sauer machte: Die Geschichte hinter der Aufgabe. Die Erzählung übermittelte den Schülern ein antiquiertes Rollenbild, in dem das Kind unter der Abwesenheit der Mutter leidet und der Vater die Aufgaben im Haushalt nur unzureichend erledigt. Das Frühstück, das er in Hektik bereitet, ist demnach "nicht so gut".

Und die Mutter, offenbar von Schuldgefühlen geplagt, verlässt das Büro schließlich frühzeitig - zur Freude der Protagonistin Lisa, wie die Aufgabe vermittelt.

Polvino textet die Hausaufgabe kurzerhand um: "Lisa war sehr glücklich", heißt es da nun. Die Rückkehr der Mutter nach fast einem Jahr bezahlter Elternzeit läuft entspannt, denn nun ist ihr Vater morgens für sie da. Erziehung und Haushalt wird geteilt, stellt die neue Erzählung klar. Und auch Lisa muss mithelfen, wie jeder Mensch.

Wenn Lisa aus der Nachmittagsbetreuung zurückkommt, ist ihre ganze Familie da. "Lisa war froh, dass sie in einer Gesellschaft ohne geschlechtsspezifischer Aufgabentrennung und Frauenfeindlichkeit aufwächst", heißt es da nun zum Ende der Geschichte.

Unter ihren Freunden und Followern stieß die neue Aufgabe laut "Mashable" auf Begeisterung, an Hazels Schule schickte Polvino sie allerdings nicht. Der Lehrerin schrieb sie per E-Mail ihre Bedenken zu dem vermittelten Rollenbild. Die Pädagogin stimmte demnach zu: Das Arbeitsblatt sei veraltet. Sie werde die Aufgaben in Zukunft sorgfältiger wählen.

sun



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