Afghanische Schülerinnen dürfen doch in die USA "Wir sind keine Terrorgruppe"

Sie wollten an einem Roboterwettbewerb teilnehmen, doch die US-Botschaft verweigerte sechs Mädchen aus Afghanistan die Einreise - am Ende soll selbst Präsident Trump ein Einsehen gehabt haben.

Afghanische Schülerinnen tüfteln an Robotern
AP

Afghanische Schülerinnen tüfteln an Robotern


Zweimal waren sie mehr als 800 Kilometer quer durch Afghanistan gefahren, von ihrer Heimatstadt Herat im Westen des Landes bis zu der von Selbstmordanschlägen erschütterten Hauptstadt Kabul. Zweimal waren die sechs Mädchen bei der US-Botschaft abgeblitzt, nun hat es doch noch geklappt: Sie haben ein Sieben-Tage-Visum bekommen, mit dem sie an einem Roboterwettbewerb in Washington, D.C., teilnehmen können.

Bei der "First Global Challenge" präsentieren 163 Schülerteams aus 157 Ländern selbstgebaute Roboter. Dafür bekommen sie einen Bausatz - der in Afghanistan aber erst mit vier Monaten Verspätung eintraf. Die Mädchen ließen sich davon aber nicht entmutigen und legten schon mal mit Flaschen und Kisten los. So wurde der Roboter rechtzeitig fertig, doch auf einmal waren die Visa das Problem.

Nach der Ablehnung ihrer Anträge hätten sie viel geweint, sagte Kowser Roschan, 15, der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind keine Terrorgruppe, die nach Amerika geht und den Leuten einen Schrecken einjagt", sagte ihre Teamkollegin Fatema Ghaderjan, 14.

Afghanistan zählt gar nicht zu den Staaten, deren Bürger aufgrund des von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbots derzeit grundsätzlich nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Und Schülerteams aus diesen Staaten, wie dem Irak, Iran, dem Jemen und Sudan, hatten von den US-Behörden Visa bekommen. Zudem hat sich Trumps Regierung die weltweite Förderung von Mädchen und Frauen auf die Fahnen geschrieben.

Der Aufschrei über die Verweigerung der Einreisegenehmigung für die sechs Tüftlerinnen aus Afghanistan war dementsprechend groß. Fast alle US-Medien berichteten darüber. Trump soll die Behörden daraufhin persönlich zu einem Umsteuern bei der Visavergabe aufgefordert haben.

Präsidententochter Ivanka Trump zeigte sich nun erfreut über die Einreisegenehmigungen: "Ich freue mich darauf, dieses großartige Team afghanischer Mädchen und ihre Mitbewerber nächste Woche in Washington zu begrüßen", schrieb sie auf Twitter.

koe/vet/AFP

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