Geste gegen Rassismus Schulen in Louisiana warnen vor Kniefall-Protest

Der Kniefall bei der Nationalhymne: Im US-Profisport ist die Aktion gegen Rassismus derzeit verbreitet. Nun erwarten Schulen im ganzen Land ähnliche Proteste - und drohen den jungen Athleten.

Kniender Profispieler in Oakland
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Kniender Profispieler in Oakland


Dutzende Schulen im US-Bundesstaat Louisiana wollen verhindern, dass Schüler bei Sportveranstaltungen beim Abspielen der Hymne auf die Knie gehen. Das berichten mehrere US-Medien. Mit dieser Geste protestieren Profisportler zurzeit gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA.

US-Präsident Donald Trump hatte die Sportler für ihren Kniefall scharf kritisiert und unter anderem gefordert, Protestierende rauszuwerfen. Daraufhin nahmen die Aktionen zu.

Am Montag knieten laut einem Bericht der "Washington Post" neun Schülerinnen einer Fußballmannschaft in Maine während der Nationalhymne nieder. Schulen im ganzen Land erwarteten der Zeitung zufolge bei den Spielen am Wochenende weitere Aktionen - und versuchten im Vorfeld teils, sie zu unterbinden.

So forderte die Parkway High School in Bossier City, Louisiana, in einem Brief an Schüler und Eltern, dass die Athleten beim Abspielen der Hymne stehen sollten - und droht bei Missachtung mit Konsequenzen.

"Bei Nichtbeachtung wird die Spielzeit gekürzt und / oder der Spieler vom Platz verwiesen", heißt es in dem Schreiben. Bei Wiederholung könne der Spieler aus der Schulmannschaft ausgeschlossen werden. Die Schule sei verpflichtet, "ein positives Umfeld für Sportveranstaltungen zu schaffen".

Die "Huffington Post" berichtete, die Schulaufsicht habe 34 Schulen in dem Distrikt aufgefordert, ihren Schülern das Knien beim Abspielen der Nationalhymne zu verbieten.

Die Amerikanische Bürgerrechtsunion ACLU kritisierte den Schritt. Das Verbot verletze die Grundrechte der Schüler auf friedlichen Protest. Der Supreme Court habe zudem bereits vor über 70 Jahren geurteilt, dass Schüler bei patriotischen Ritualen nicht gezwungen werden könnten, durch Aufstehen ihre Ehrerbietung zu erweisen. Das gelte auch für Schüler auf dem Spielfeld.

sun

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jaspertk 29.09.2017
1.
Meinungsfreiheit ala USA
t.schuberth 29.09.2017
2. Die Amerikaner
können von mir aus patriotisch sein, aber in meinen Augen (auch aus eigener Erfahrung im Austausch) geht der Patriotismus dort zu weit. Die Geschenisse um diesen Protest erinnern an längst vergangenen Zeiten. Es ist einfach nur schade und traurig, dass Rassismus in der ganzen Welt auch eben auch besonders stark in den USA noch so verbreitet ist.
teakilla 29.09.2017
3. Wenn Profi-Spieler sich das leisten können,...
...dann sollten Schüler sich das gleich 100x leisten können. Was wollen die Schulbehörden denen den wirklich anhaben können? Rauswerfen vom Platz? ...dann spielen die Kids einfach draußen im Garten, den Parks etc. -> ist eh gesünder. Rauswerfen von den Schulen? ...das würde den Rektoren die Grundlage ihres eigenes Tuns rauben. Karriere-Selbstmord, sozusagen. @Schüler: Das ist die Zeit ums den Großen zu zeigen. Bessere Möglichkeiten ergeben sich selten! Hut-ab den Profis, die ihre Karriere - ökomisch gesehen wertvollere als die aller Rektoren zusammen - auf's Spiel setzen und solche Zeichen setzen. @Rektoren: Hut ab vor denen, die sich nicht vor den Trump-Karren spannen lassen. Ich weiß, daß Ihr nur zwischen den Schülern und dem Euren Lohn zahlenden Staat aufgerieben werdet aber nach oben ist der Hebel deutlich länger als nach unten und wehe Euch, wenn die Schüler das für sich realiseren.
trolland_dump 29.09.2017
4. Zum Glück
haben wir hier nicht solch einen Zinnober mit dem Patriotismus.Wenn die Hymne erschallt stehe ich weder gerade noch kniee ich.Ich liege dann eher auf dem Sofa,kurz vor dem wegdämmern.Ausser Sarah Connor singt,dann geh ich aus Klo.
unky 29.09.2017
5. Neues aus "Amerika -
- "dem freiesten Land der freien Welt." Ich habe noch nie begriffen, dass jemand diesen Slogan jemals ernst nehmen konnte.
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