Wikipedia-Talente Wie Jugendliche uns die Welt erklären

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3. Teil: Niklas Berger, 14: "Manchmal zeige ich die Artikel meinem Opa"


Niklas Berger ist seit mehr als einem Jahr dabei. Sein Interessensgebiet: die Ostfront
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Niklas Berger ist seit mehr als einem Jahr dabei. Sein Interessensgebiet: die Ostfront

Irgendwie war es Niklas' Opa, der ihn zu einem Wikipedia-Experten gemacht hat. Im Jahr 1945 flüchtete der Großvater, 15 Jahre alt, als Sudetendeutscher nach Österreich. Als sein Enkelkind etwa zehn Jahre alt war, nahm er es mit ins Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Dort geht es um die Geschichte Österreichs von der Habsburger Monarchie bis zum Jahr 1945.

"Mein Opa hat mir immer viel vom Krieg erzählt", sagt Niklas. Heute, vier Jahre nach dem Museumsbesuch, avanciert Niklas zum Nationalsozialismus-Experten in der Wikipedia-Gemeinde. Als er sich bei den Jungwikipedianern, eine Gemeinschaft für Autoren unter 18 Jahren, um Aufnahme bewarb, schrieb er, dass im Bereich Nationalsozialismus noch Bedarf bestehe. "Zum Teil sind die Artikel auf einem konstant hohen Niveau (…), aber die Artikel über die Ostfront haben bis auf wenige Ausnahmen einen nicht so hohen Standard, weshalb ich mich darum kümmern möchte, diesen zu verbessern."

Niklas' Texte sind für Opa ein Lebenselixier

Im vergangenen März hat er sich bei Wikipedia angemeldet, seitdem hat er rund 30 Artikel geschrieben. Sie handeln unter anderem von der 7. und 48. Infanterie-Division, von der 17. und 22. Panzer-Division und der Armeeabteilung Fretter-Pico. "Ich zeige meinem Opa manchmal meine Artikel", sagt Niklas. "Der findet das toll." Manchmal sage er dann, er möchte noch 40 Jahre leben, um noch mehr über den Krieg zu erfahren.

Keiner von Niklas' Freunden teilt seine Leidenschaft für Wikipedia und sein Interesse für den Zweiten Weltkrieg. Mit ihnen spielt er auch lieber Tennis oder Handball, als über das Online-Lexikon oder den Krieg zu diskutieren.

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Aber bei Wikipedia verschwimmen die Altersgrenzen, da findet er Verbündete. Einer seiner Mentoren ist 50 Jahre älter als er, mit ihm schreibt er gerade an einem Artikel über den ehemaligen Kriegsminister von Österreich-Ungarn. "Ich finde Wikipedia gut, weil ich mit Menschen aus verschiedenen Generationen zusammenarbeiten kann", sagt Niklas.

Niklas besucht in Österreich die neunte Klasse des Bundesgymnasiums Klosterneuburg. Sein Lieblingsfach ist Geschichte. Wie es so läuft in der Schule? "Das geht immer ganz gut", sagt er. Das heißt? "Fast alles Einser."

insgesamt 93 Beiträge
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Seite 1
blob123y 15.11.2010
1. Wenn man "Kinder" da ranlaesst
wundert es mich nicht dass da soviel Unsinn drinnensteht.
faustjucken_tk 15.11.2010
2. ...
Wikipedia kann schnell in Meinugsterrorismus einiger weniger - hier Teenagern - umschlagen, die wenn sie einmal als Administrator eines Themas inthronisiert wurden, nur ganz schlecht zu stürzen sind. Jeder im Internet hat schon Erfahrungen gesammelt mit "Forenbesitzern", die willkürlich Beiträge löschen. Andere Meinungen sind tabu. Dann wird man mit Sicherheit niemals eine andere Meinung gelten lassen als die des Administrators. Für kommerzielle Projekte ist das in Ordnung und sogar Voraussetzung zum Gelingen. Für "offene" Systeme finde ich diese nur auf den ersten Blick demokratischen Kontrollen sehr schädlich. Wer kontrolliert die Kontrolleure? Mir ist schlicht nicht wohl bei dem Gedanken, dass ein 18-jähriger bestimmt, was ich zum Thema Argentinien in Wikipedia lesen darf und was nicht. Macht euch mal Gedanken darüber wieviel wir schon nicht lesen durften, weil eine Clique Erstnutzer ihre Pfründe sichert und vererbt.
Fidelitas 15.11.2010
3. Titel
Nun ja das Alter sollte doch keine Rolle spielen, sondern die Qualifikation und es gibt ja auch jede Menge ideologisch unbelastete Bereiche, wo es mehr eine Fleißarbeit, Daten sammeln usw. ist. Ist doch super, dass die Jugendlichen das machen. Sehe auch nicht wieso Zensurgehabe und Rechthaberei bei Jugendlichen stärker ausgeprägt sein soll, als bei allen anderen Altersgruppen. Natürlich ist es ein Problem, wer die Kontrolleure kontrolliert, aber im allgemeinen funktioniert Wikipedia sehr gut. Die ideologisch fragwürdigen Bereiche kennt man ja selbst und kann sich dann anderswo informieren bzw. in den Diskussionen nachlesen, welche Meinung womöglich "zensiert" wurde.
donbilbo 15.11.2010
4. Wiki
Mit 14 Experte für Nationalsozialismus, soso. Gereicht haben anscheinend ein paar Museumsbesuche und der hervorragende, völlig wertungsneutrale Geschichtsunterricht in der Mittelstufe. Wozu braucht man da noch studierte Historiker? Was kommt als nächstes? Erstsemster Medizinstudent verfasste bereits 500 Artikel zu Krankheitsbildern?
FastFertig, 15.11.2010
5. Was weiß ein 14-16 Jähriger?
Was weiß ein 14-16 Jähriger? Nichts. Alles was diese Wikihelfer wissen haben sie aus anderen Büchern abgeschrieben. Nichts haben Sie selbst erarbeitet. Sie sind die Sklaven von Wales, die kostenlos und unangreifbar den Inhalt aus bezahlten Werken umschreiben und so in die Wikipedia kopieren. Für jeden der nicht weiter als drei zählen kann (und zu dieser Menge gehört für mich jeder Wikimitmachaugust) mag die Welt so in Ordnung sein. Doch wenn die Wikipedia es irgendwann geschafft hat, sämtliche kommerziellen Fachbuchverlage in die Pleite zu treiben, dann werden sich die Wikikinder in Zukunft fragen, wo sie denn zukünftig abschreiben sollen. Wikipedia ist nicht nachhaltig und kann ohne externe Quellen nicht existieren, zerstört aber gleichzeitig diese Quellen. Jeder der sich daran freiwillig beteiligt ist genauso kurzsichtig und dumm wie ein Förster, der seinen Wald abholzt und verkauft ohne neue Bäume zu planzen. Zu dieser ganzen wiki-rosa-blümchen Naivität gesellt sich dann auch noch eine unverstellbare Arroganz und Besserwisserei einer Gruppe von selbsternannten Admins die die Wikipedia übernommen haben. Und das erinnert fatal an den Artikel von heute Morgen: Nation der Ahnungslosen. "Je weniger die Leute über etwas Bescheid wissen, desto übertrieben selbstsicher sind sie." Und genau das passt auf jeden einzelnen Wiki-Admin. Die weltfremde Idee von Wikipedia, gepaart mit einem Haufen naiver Gutmenschen und unerfahrenen Kindern, die sich immer mehr einer kommunistischen Dikatur annähern und von Demokratie so weit entfernt sind wie Kuba zerstören auf Dauer sich selbst und hinterlassen dabei verbrannte Erde in Form von insolventen Verlagen. Und dann ist gar nicht besser, sondern noch schlechter, wie nach jeder geplatzten kommunistischen Blase, siehe Geschichte der Menschheit. Ich schaue überall nach, nur nicht in Wikipedia.
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