Neuer Rekord 2,8 Millionen Studenten drängen an deutsche Hochschulen

So viele Studenten saßen noch nie in den Hörsälen, Seminarräumen und Uni-Bibliotheken des Landes: 2,8 Millionen sind an den Hochschulen eingeschrieben.

Volle Hörsäle zum Wintersemester: Studenten an der Uni Göttingen
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Volle Hörsäle zum Wintersemester: Studenten an der Uni Göttingen


Die Zahl der Studenten in Deutschland ist auf den Rekordwert von fast 2,8 Millionen gestiegen. Damit waren im laufenden Wintersemester noch einmal 2,2 Prozent oder gut 60.000 Studenten mehr als vor einem Jahr an den Hochschulen eingeschrieben, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.

Allein in diesem Jahr haben 503.600 Menschen ein Studium aufgenommen. Damit sank die Zahl der Erstsemester zwar im Vergleich zum Vorjahr - allerdings nur minimal.

Aus den Unis kommt nun der Ruf nach mehr Geld: Bund und Länder haben zwar einen Hochschulpakt vereinbart, um zusätzliche Studienplätze zu finanzieren. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, befürchtet jedoch, dass das Geld nicht reichen könnte. Ursprünglich sei man bis 2011 von 245.000 zusätzlichen Studienanfängern gegenüber 2005 ausgegangen. "Tatsächlich sind es jetzt über 720.000." Grund dafür war neben der Aussetzung der Wehrpflicht vor allem eine höhere Studiennachfrage.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) appelliert an die Politik, mehr Geld in die soziale Infrastruktur der Uni-Städte zu stecken. So müsse rasch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, sagte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde.

Mehr Frauen als Männer beginnen ein Studium

Der Anteil der Frauen an den Studierenden steigt seit Jahren leicht und hat in diesem Wintersemester 48 Prozent erreicht. Unter den Anfängern waren erstmals im vergangenen Jahr etwas mehr Frauen als Männer (50,1 Prozent). Ihr Anteil stieg 2015 auf 50,2 Prozent.

Dass immer mehr junge Menschen studieren, hatte am Dienstag auch eine Studie der Industrieländerorganisation OECD gezeigt. Demnach werden 59 Prozent aller jungen Erwachsenen in Deutschland im Laufe ihres Lebens ein Studium beginnen, ausländische Studenten mit eingerechnet. Einen Hochschulabschluss erreichen nach Berechnung der Organisation hierzulande aber nur 36 Prozent. Im Schnitt der OECD-Länder schafft dagegen die Hälfte der jungen Erwachsenen im Laufe ihres Lebens einen Hochschulabschluss.

bkr/dpa



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insgesamt 50 Beiträge
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lilelile 25.11.2015
1. Was zeigt uns der letzte Satz Ihres Artikels?
Es muss ein Befähigungsnachweis für die Uni/Hochschule her. Nur um einen Studentenausweis zu bekommen darf keine Immatrikulation erfolgen können. Natüüürlich müssen auch noch viiieeel mehr Studiengänge *geschaffen* werden. Gehen Sie einmal die Fachrichtungen der Hochschulen durch, da haben es Spezialisten schwer, Ihnen zu erklären, was dort gelehrt wird.
romaval 25.11.2015
2. Deutschland
leistet sich sogar den Luxus dass man bei uns an vielen Universitäten,viele Fächer auf Englisch studieren kann. Das wäre ok wenn man diese jungen leute ( da bei uns gratis ) dazu verpflichen würde nach dem Studium x Jahre in Deutschland zu arbeiten. Viele holen sich bei uns das Wissen,gehen in ihre Heimat zurück und machen uns dann Konkurrenz.
dipl.inge83 25.11.2015
3. Fachkräftemangel
Ein guter Bekannter und aktueller MINT-Student hat mir gerade berichtet, dass er für sein sechsmonatiges Pflichtpraktikum einmalig 500? von seinem Arbeitgeber bekommt, da vom Mindestlohn ausgenommen. Auf meine Irritiertheit erwiderte er, noch einer der privilegierteren unter seinen Kommilitonen zu sein. Etliche bekommen gar nichts. Wohl gemerkt, angestellt bei durchaus namenhaften Unternehmen. Für mich eine frühe Aussicht auf das Hauen und Stechen nach dem Abschluss. Das die Dozenten heute immer noch die Märchen von der rosigen Zukunft erzählen wie uns vor 15 Jahren, versteht sich von selbst.
disiz84 25.11.2015
4. Amerikanische Verhältnisse
Zukünftig werden wir leider die Situation haben, dass man sich nur noch mit einem Abschluss einer der top Universitäten abheben kann, diese werden dann vermutlich auch nur noch für vermögende zugängig sein. Schade....
Kielt 25.11.2015
5. Geparkte Arbeitslose
Auch so kann man Arbeitslosenstatistik bereinigen. Jeder Student fällt als Lehrling für nützlichen Wertschöpfung aus und anschliessend für einen vernünftigen Beruf- Der Überbau der Schwätzer erdrückt schon längst die ca. 14 Mio. Menschen, die noch sinnvolle Arbeit tun.
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