Studium Ärztepräsident fordert Eignungstests für Medizinstudenten

Persönlichkeitstests statt Einser-Abitur: Ärztepräsident Montgomery will Medizinstudenten nicht mehr nur nach der Abi-Note aussuchen lassen. Künftig sollen alle Arztanwärter auch ein Assessment-Center durchlaufen.

Medizinstudenten in Leipzig (Archiv): Ohne gutes Abi kein Studienplatz
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Medizinstudenten in Leipzig (Archiv): Ohne gutes Abi kein Studienplatz


Berlin/Hamburg - Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat Persönlichkeits- und Eignungstests für das Medizinstudium gefordert. Er kritisierte, dass das Auswahlverfahren derzeit allein nach der Abiturnote laufe. "Wir brauchen Assessment-Center, in denen die Anwärter nach Eignung ausgesucht werden können", sagte er in der "Rheinische Post".

Die Kosten schätzt Montgomery auf 1000 Euro pro Bewerber. Angesichts von Kosten eines Studiums von mehr als 200.000 Euro wäre ein solches Auswahlverfahren "eine sinnvolle Investition". 1,0-Abiturienten seien zwar gut für die Wissenschaft, es gebe da "viele tolle Leute". Allerdings wollten zu wenige wirklich als Arzt arbeiten. Montgomery verwies vor diesem Hintergrund noch einmal auf den Mangel an Landärzten.

Um das Abitur als alleiniges Auswahlkriterium für begehrte Studiengänge gibt es schon lange Streit - und zahlreiche Maßnahmen dagegen. Seit dem Ende der Zentralstelle für die Studienplatzvergabe 2005 organisieren viele Hochschulen die Auswahl ihrer Studenten selbst. Auch in der Medizin gibt es bereits etliche Ansätze, die sture Auswahl nach der Nachkommastelle im Einser-Abitur zu korrigieren: In Hamburg etwa musste die Abiturnote 2012 zwar besser als 2,0 sein, hinzu kam aber ein Assessment-Center, wie es Montgomery jetzt fordert.

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Probelauf für künftige Ärzte: Wie Unis ihre Medizinstudenten auswählen

An der Uni Freiburg haben Abiturienten mit Erfahrungen als Masseur oder Orthopädieschuhmacher bessere Chance, Heidelberg und Tübingen bevorzugen Kandidaten, die bei Naturwissenschaftswettbewerben erfolgreich waren. Und in Mannheim gilt es als Plus, Sportler in einer olympischen Disziplin zu sein. Alles, um herauszufinden, wer am besten als Arzt geeignet ist.

Im Wintersemester 2012/2013 nahmen zuletzt gut 9.500 junge Menschen ein Medizinstudium in Deutschland auf. Die Bewerberzahlen übersteigen die Zahl der Plätze Jahr für Jahr um ein Vielfaches.

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dpa
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cht/dpa

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insgesamt 76 Beiträge
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Seite 1
stesch 18.05.2013
1. Waffengleichheit
Zitat von sysopDPAPersönlichkeitstests statt Einser-Abitur: Ärztepräsident Montgomery will Medizinstudenten nicht mehr nur nach der Abi-Note aussuchen lassen. Künftig sollen alle Arztanwärter auch ein Assessment-Center durchlaufen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/aerztepraesident-montgomery-fordert-eignungstests-fuer-medizinstudenten-a-900664.html
Prima Idee! Bevor jedoch Medizinstudenten sich einem Assessment unterwerfen, beginnen wir besser mit den aktiven Ärzten. Angefangen beim Präsidenten Montgomery.
washington.mayfair 18.05.2013
2.
Zitat von steschPrima Idee! Bevor jedoch Medizinstudenten sich einem Assessment unterwerfen, beginnen wir besser mit den aktiven Ärzten. Angefangen beim Präsidenten Montgomery.
Eine Schikane, noch eine Schikane und noch eine....... gehts noch? Und wir müssen unsere Ärzte aus dem Ausland holen die zum Teil noch nicht einmal gut Deutsch sprechen. Es gibt in Deutschland nicht genug Ärzte.
martinreche 18.05.2013
3. na endlich
Wie lange braucht denn die Ärtzeschaft und die Unis um zu verstehen das nicht die 1.0 er Bewerber die richtigen Ärtze sind. Die Streber sind doch noch nie mit Sozialkompetenz ausgestattet gewesen. Wer gut auswendig lernt wird noch lange kein guter Artzt. Die jetzige Auswahl für doch nur zur Geldgier und Karrieregeilheit und nicht zu den Ärtzen die wir brauchen. Zuhören und Aufmerksamkeit dem Patienten gegeüber können wir von solchen Bewerbern kaum erwarten.
_gimli_ 18.05.2013
4.
Ein Eignungstest sollte absichern, dass der Betreffende die Anforderungen erfüllt und voraussichtlich dazu in der Lage ist, das Studium erfolgreich zu absolvieren. Wenn Montgomery will, dass die Bewerber hinsichtlich ihrer beruflichen Absichten überprüft werden, ist das schlicht eine Frechheit. Es geht den Staat einen feuchten Kehricht an, ob der junge Assistenzart dann für sich beschließt, in die Pharmaindustrie, nach Kanada oder sonstwo hin zu wechseln. Ich arbeite in der Gesundheitsbranche und viele meiner Kollegen schütteln über diese Denkweise des Herren Montgomery nur den Kopf. Ich lege meinen Kindern seit Jahren nahe, sich später beruflich nicht nur innerhalb Deutschland zu orientieren.
Cortado#13, 18.05.2013
5. Wirklich sehr seltsam! Vor Monaten habe ich hier im Forum...
Zitat von sysopDPAPersönlichkeitstests statt Einser-Abitur: Ärztepräsident Montgomery will Medizinstudenten nicht mehr nur nach der Abi-Note aussuchen lassen. Künftig sollen alle Arztanwärter auch ein Assessment-Center durchlaufen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/aerztepraesident-montgomery-fordert-eignungstests-fuer-medizinstudenten-a-900664.html
verlangt, dass jeder Student für sein gewähltes Studienfach, z.B. Medizin oder Jura, eine harte Aufname-Prüfung absolvieren muss, und diese Prüfung muss mindestens mit der Note 3 bewertet sein! Somit werden Hobby-Studenten aussortiert, die anderen, die ernsthaft studieren wollen und die notwendige Qualifikation mitbringen, den Platz wegnehmen!!!
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