Akademische Ehren Harvard benennt Lehrstuhl nach Berthold Beitz

Die Harvard-Universität ehrt einen großen Deutschen: Während des Nazi-Regimes rettete der Industrielle Berthold Beitz jüdische Zwangsarbeiter vor dem Tod. Darum gibt die US-Hochschule jetzt einem Lehrstuhl für Menschenrechte den Namen des 95-Jährigen.


Die Eliteuniversität Harvard in Cambridge, USA, hat einen neu gegründeten Lehrstuhl für Menschenrechte nach dem Industriellen Berthold Beitz benannt. In einem am Montag bekannt gewordenen Brief an den 95-Jährigen ehrt ihn Harvard-Präsidentin Drew Gilpin Faust als außergewöhnlichen Menschenfreund, der sich auf dem Feld der Menschenrechte, Konfliktlösungen und internationalen Zusammenarbeit und Gerechtigkeit hoch verdient gemacht habe.

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Beitz ist Vorsitzender der Essener Alfried-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung, er feierte am 26. September seinen 95. Geburtstag. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Beitz den maroden Krupp-Konzern als Generalbevollmächtigter saniert und ihn zuletzt in die ThyssenKrupp AG überführt.

Zusammen mit seiner Frau Else rettete Beitz in der Zeit des Nazi-Regimes mehrere hundert jüdische Zwangsarbeiter vor dem sicheren Tod in den Vernichtungslagern. Der Industrielle und Stiftungsvorstand ist Ehrendoktor mehrerer Universitäten und vielfacher Ehrenbürger.

Beitz sagte zu der Ehrung seiner Person durch einen nach ihm benannten Lehrstuhl: "Das ist eine unerwartete Ehre für mich, die ich gerne annehme."

Der Lehrstuhl ist der erste in Harvard, der nach einem Deutschen benannt wird. Er wird von einer Stiftung seiner amerikanischen Enkelsöhne Dirk, Robert und Daniel Ziff getragen.

cht/dpa



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