Anekdoten aus der Uni "Er dozierte mit dem Rücken zum Hörsaal"

Ein Professor schläft in der Prüfung ein, ein Kommilitone lässt sich in der Vorlesung laut einen Wikipedia-Artikel vorlesen - von Siri. SPIEGEL-ONLINE-Leser berichten von kuriosen Erlebnissen an der Uni.

Professor (Symbolbild)
Getty Images/Picture Press RM

Professor (Symbolbild)


Wie würden Sie reagieren, wenn Sie als "der Herr mit den wenigen Haaren" angesprochen werden? Wir hatten SPIEGEL-ONLINE-Leser aufgerufen, uns von ihren Erlebnissen in der Uni zu erzählen.

Manche Anekdote ist einfach nur zum Kopfschütteln, andere sind schlicht komisch oder bizarr - oder haben Sie schon mal in einer Vorlesung gesessen, bei der der Professor mit dem Rücken zu den Studenten aus seinem neuesten Buch vorliest? Aber sehen Sie selbst:

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christophe007 03.11.2017
1. Alles schon erlebt
Ich habe zweimal studiert. Dass ein Dozent im eigenen Seminar einschläft, habe ich in beiden Studiengängen erlebt. Der eine hatte die Gewohnheit, in der ersten Sitzung Votragsthemen fürs Semester zu verteilen, den Rest des Semesters hat er da gesessen und ist immer wieder eingeschlafen. Es hat bei den Studenten für Heiterkeit gesorgt, ich fand es aber empörend. In einem anderen Seminar wollte er das gleiche tun, die Studenten haben sich aber geweigert, nur Vorträge zu hören. Dann hat er über die "jungen Generationen" geschimpft, die vortragsleeren Termine zu "freien Übungsstunden" erklärt und wieder nichts gemacht. Solche Stories könnte ich seitenlang erzählen. Am Ende des ersten Studiums hatte ich das Gefühl, gar nicht studiert zu haben. Ich hatte einen Diplom (FH), der Input war etwas soviel wie sagen wir zwei VHS-Kurse.
ahemi 03.11.2017
2. ok, er hat einen Inhalt, aber
man muss erst wieder zurück zur Übersicht und dann nicht auf "mehr", sondern auf das Bild klicken. Wer suchet, der findet - vielleicht.
AdrianBla 03.11.2017
3. Prüfungsfrage Germanistik
Germanistikprüfung, 2. Semester. Es ging um den Gerechtigkeitsbegriff in Kleists Novelle "Michael Kohlhaas". Der verlor wegen Willkür der Obrigkeit 2 Pferde, wofür er Wiedergutmachung verlangte. Ein Klassiker. Ich schlug mich tapfer, wie der alte Professor betonte. Irgendwann fand der jüngere Experte mit strenger Miene, alles schön und gut, aber ob ich mich an die Namen der Pferde erinnere? Ich gab zu, das mir das entfallen war, aber die Namen sicherlich einen Bezug zur verhassten Obrigkeit hätten und man daraus dies und das interpretieren könne. Die beiden Herren liessen mich weiter ins Elend ausführen und nickten eifrig. Irgendwann schauten sie sich an und konnten sich nicht mehr halten vor Lachen. Die Pferde hatten selbstverständlich keine Namen (jedenfalls nicht in der Novelle). Bestanden hatte ich trotzdem.
henry.miller 03.11.2017
4.
Ja das gab es leider, das kenne ich selbst zu genüge. In den 70er Jahren gab es in vielen Bundesländern einen Mangel an Professoren, da wurde jeder genommen der gesund war und laufen konnte. Nicht mal eine Promotion war erforderlich. Mit Glück, waren es wenigstens gute Lehrkräfte. Heutzutage ist der Wettbewerb so hart, dass sich die Anzahl wirrer Professoren doch arg reduziert gat
rhywden 03.11.2017
5. Theoretische Physik
Ein Professor aus der Theoretischen Physik ist bis heute unvergessen. Er war ein höchst seltsamer Type mit einem chaotischen Tafelbild - er begann gerne in der Mitte und arbeite sich dann kreisförmig vor. Scheinbedingung war zwar nur Anwesenheit und das Vorrechnen einer Hausaufgabe, besagte Aufgaben hatten es aber in sich. Und er merkte sich genau, wer denn regelmäßig anwesend war und wer nicht. Wenn man regelmäßig da war, ließ er einen die Hausaufgabe in Frieden vorrechnen (sofern es denn richtig war). Ansonsten bohrte er gerne mit unangenehmen Fragen nach... Aufgrund der Unbrauchbarkeit seiner Vorlesung habe ich diese dann bei einem anderen Professor noch einmal belegt. Unterschied wie Tag und Nacht. Auch sonst war er eine Type. Laut Gerüchten wollte sein Sohn nichts mehr mit ihm zu tun haben, ein anderer Professor hatte aufgrund einer von ihm angezettelten Schlägerei einen Gerichtsbeschluss erwirkt, wonach er mindestens 50 Meter von ihm Abstand halten musste und laut seiner Meinung war Einstein ein Betrüger und Newton der letzte wahre Physiker. Nach meinem Studium bin ich ihm in Internet noch einmal über den Weg gelaufen. Beim Lesen eines Artikels über ein moderat fehlerhaftes Paper zum Thema Klimawandel nämlich - "den Namen kennst du doch?" In besagtem Paper war er nämlich wie Don Quijote ausgeritten, um dem anthropogenen Treibhauseffekt den Garaus zu machen. Nur leider war er in seinem Eifer etwas übers Ziel hinaus geschossen und hatte gleich den _ganzen_ Treibhauseffekt widerlegt...
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