Studie Studenten sind gestresster als Berufstätige

Jeder zweite Student fühlt sich gestresst. Vor allem junge Frauen sind erschöpft. Ein Krankenkassenreport zeigt, in welchen Bundesländern die Studenten am meisten jammern.

Prüfungen, Nebenjob, Zukunftssorgen: Viele Studenten leiden
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Prüfungen, Nebenjob, Zukunftssorgen: Viele Studenten leiden


Prüfungsdruck, Zukunftsangst, Perfektionswahn - der Uni-Stress nimmt zu, viele Studenten fühlen sich überfordert. Jeder Zweite fühlt sich unter Dauerdruck, zeigt ein Report der AOK, für den deutschlandweit mehr als 18.000 Studenten befragt wurden. Demnach sind Studenten noch gestresster als Berufstätige.

Zentrale Ergebnisse der Studie:

  • Studentinnen sind gestresster als Studenten.
  • Fachhochschüler sind gestresster als Studenten an Unis und Dualen Hochschulen.
  • Das Studium an staatlichen Universitäten ist stressiger als an privaten Hochschulen.
  • Bachelorstudenten fühlen sich besonders unter Druck gesetzt.
  • Im bundesweiten Vergleich ist das Studium in Rheinland-Pfalz am entspanntesten - und in Nordrhein-Westfalen am stressigsten.
  • Die stressigsten Studienfächer sind Veterinärmedizin, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften und Informatik. Den wenigsten Stress empfinden angehende Sportwissenschaftler.

Stressen lassen sich die Studenten vor allem von Prüfungen und Abschlussarbeiten oder der Wohnungssuche. Auch das Erfüllen der eigenen Erwartungen bezeichnen die meisten Befragten als "stressig" oder "sehr stressig". Von Berufstätigen oft genannte Stressfaktoren wie ständige Erreichbarkeit, Konkurrenzdruck oder Pflege sozialer Kontakte spielen dagegen bei Studenten nur eine untergeordnete Rolle. Überraschend: Studenten mit Nebenjobs sind im Vergleich nicht gestresster. Wer bis zu 15 Stunden pro Woche jobbt, ist sogar weniger gestresst als seine Kommilitonen.

Mit dem Stress im Studium kommen die Studenten laut eigener Einschätzung nicht besonders gut zurecht: Die Befragten gaben an, deshalb unter Schlafstörungen zu leiden, sich schlecht konzentrieren zu können und häufig lustlos zu sein. 75 Prozent der Befragten wissen, dass sie Hilfe bei der zentralen Studienberatung in Anspruch nehmen können. Ein Viertel hat dies auch schon getan.

vet

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insgesamt 19 Beiträge
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Pfaffenwinkel 11.10.2016
1. Zum Teil selber schuld
Dieses Denken "Ich muss Karriere machen" setzt die Studenten unter Druck. Hinzu kommen noch andere Faktoren wie z.B. die Erwartungshaltung der Eltern.
Thomas Schröter 11.10.2016
2. Am Stress sind die Krankenkassen und insbesondere die AOK erheblich beteiligt
Spätestens wenn StudentInnen hinzuverdienen oder eine selbständige Nebentätigkeit ausüben gibt es regelmäßig Stress mit den Kassen. Wer womöglich noch eine chronische Erkrankung hat darf sich mit denen über Verordnungen und Rabattverträge streiten. Wie Krankenkassen Ärzte bearbeiten um Abrechnungen und Verordnungen zu manipulieren hat ja jüngst der TK-Chef öffentlich und insbesondere mit Hinweis auf die AOK eingestanden. Wehe wenn ein/e Student/In mal bei den Kassenbeiträgen in Verzug kommt. Dann ist er/sie so schnell exmatrikuliert, so schnell kann er/sie garnicht schauen. Bei der Einhaltung von vertraglichen Regelung nimmt es insbesondere die AOK in Südhessen dagegen nicht so genau. (Ich kann der AOK nicht raten dem zu widersprechen......) Mittlerweile haben sich die Krankenkassen so bequem eingerichtet, daß die Einschätzung von Transparancy International des deutschen Gesundheitssystems als mafiöses System immer mehr zuzutreffen scheint.
trick66 11.10.2016
3. Naja
Ich war während meines Studiums auch häufig lustlos und unkonzentriert. Das hatte aber wenig mit Stress zu tun. Ich wurde allerdings zuhause auch nicht wie in Prinz behandelt und jedes kleine Versagen war auch per se noch keine Katastrophe.
htapk 11.10.2016
4.
So ein Unsinn. Meine Studienzeit in Nordrhein Westfalen war die schönste und unbekümmerteste Zeit meines Lebens. Als Diplom Ingenieur habe ich in der Regelzeit abgeschlossen und hatte viel Zeit mich in Kneipen zu berauschen.
isar56 11.10.2016
5. Das liegt evtl. daran....
.... dass so mancher denkt ein gutes Leben ist nur als Akademiker denkbar und sich maßlos überfordert. Eine ehemalige Mitschülerin meiner Nichte nahm sich drei Jahre nach dem Abitur das Leben, weil sie beruflich keinen Boden unter den Füßen fand. Bereits während der ganzen Schulzeit war das Mädchen hoffnungslos überfordert und zunehmend depressiv. Ansonsten neige ich dazu nicht zu verallgemeinern. Sowohl Arbeitnehmer, als auch Studenten können sehr hart gefordert sind, während der ein oder andere eine ruhigere Kugel schiebt. In sozialen Berufen sind die Menschen extrem gefordert und am schlechtesten bezahlt. Dann gibt es da noch leiharbeit, Billiglöhner etc., weil unsere Regierung nicht in der Lage ist, Die wirtschaftslobby vor dieser ausbeuterei zu stoppen. Money makes the world..... .
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